Hervorgehobener Beitrag

Alles neu ab September!

Ab Mitte September werden meine Leser an dieser Stelle eine neu überarbeitete Webseite vorfinden, die für konstruktiven Journalismus steht.

Auf der neuen Seite werde ich aktuelle Nachrichten unter einem lösungsorientierten Aspekt betrachten. Ich besuche Unternehmen und Initiativen, die durch einen nachhaltigen oder sozialen Zugang überzeugen und berichte über Projekte, die sich vom Mainstream abheben und alternative Lösungen bieten. Auch von internationalen Veranstaltungen und Konferenzen werde ich berichten und mit inspirierenden Persönlichkeiten Gespräche führen. Nicht zuletzt gewähre ich meinen Lesern in persönlichen Texten Einblicke in eigene Erfahrungen und Gedanken.

Mein Herzensanliegen ist es, Menschen Mut zu machen und zur Eigeninitiative anzuregen. Ich will meine Leser dazu ermutigen, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Inhalte keine reinen „Good News“ sind – ich finde es gleichermaßen wichtig, Probleme anzusprechen wie Lösungen aufzuzeigen. Anders gesagt: Mir geht es darum, die Welt mit beiden Augen zu sehen, mit einer stärkeren Gewichtung auf das Positive.

Da ich als freie Journalistin und Autorin vom Schreiben lebe, werden die Inhalte meiner neuen Seite kostenpflichtig sein. Ich habe lange überlegt, ob ich das Wagnis eingehen soll, mit einer leserfinanzierten Website an den Start zu gehen. „Die Leser sind es gewöhnt, Inhalte kostenlos zu lesen“, hörte ich von verschiedenen Seiten. Ich wägte ab: Meine Expertise und Erfahrung als Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit hier, meine Leidenschaft für lösungsorientierten Journalismus dort. Die Aussicht auf völlig unabhängigen Journalismus – als eigene Chefin und zudem werbefrei – erschien mir verlockend genug, den Versuch zu wagen. Schließlich entschloss ich mich zu einem Kompromiss: auf meiner Seite wird es kostenpflichtige, aber auch einige kostenlose Beiträge geben. Für Leser, die mich regelmäßig unterstützen möchten, gibt es zudem die Möglichkeit eines Abos.

Hervorgehobener Beitrag

Konstruktiver Journalismus

Gehört ihr auch zu den Menschen, die die Nase voll von negativen Nachrichten haben? Mord und Totschlag, Kriege, Katastrophen: Wenn man den Medien glaubt, liegt unser Planet in den letzten Zügen. „Only bad news is good news“ lautet einer der Leitsätze des Journalismus – warum eigentlich? „Wir wurden im Laufe der Evolution darauf programmiert, negative Informationen stärker zu gewichten als positive, weil das unser Überleben sicherte“, meint Jörg Matthes, Vorstand des Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Sind wir immer noch auf Bad News angewiesen, um unser Überleben zu sichern? Eine Umfrage in Deutschland ergab, dass fast die Hälfte der Befragten die täglichen Nachrichten zu negativ finden: 45 Prozent der Befragten finden TV-Nachrichten „zu problembeladen“, 35 Prozent bekannten, ihnen machten TV-Nachrichten Angst, 80 Prozent wünschten sich Lösungsansätze.

Der schwedische Uni-Professor Hans Rosling entwickelte in den 90er Jahren den sogenannten Ignoranz-Test, in dem es um Fragen zu globalen Fakten wie Armut, Lebenserwartung oder Einkommensverteilung geht. Die Ergebnisse des Tests sind meist ähnlich: Die Lage auf dem Planeten wird zu pessimistisch eingeschätzt. So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit bei 70 Jahren, mehr als die Hälfte der Befragten tippte jedoch auf 60 Jahre. Nur sieben Prozent der Amerikaner wussten, dass sich der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung seit 1990 halbiert und nicht etwa verdoppelt hat, wie rund die Hälfte glaubten. „Die allermeisten Menschen im Westen nehmen nicht wahr, wie schnell und tiefgreifend sich der Rest der Welt verändert, und zwar oft zum Besseren“, sagt Rosling und macht die Medien für diese Sichtweise mitverantwortlich.

Das Hauptproblem von Bad News: sie hinterlassen ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Medienkonsumenten fühlen sich aus der Pflicht genommen, da sie glauben, ohnehin nichts ändern zu können. Hier setzt der sogenannte konstruktive Journalismus an, der  von Ulrik Haagerup, Infochef des dänischen Rundfunks, geprägt wurde. „Sehen wir die Welt mit beiden Augen oder nur mit dem Auge, das die beste Geschichte kreieren will?“, fragt Haagerup in seinem Buch „Constructive News“. Konstruktiver Journalismus bedeutet nicht, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen oder sich ausschließlich auf positive Nachrichten zu konzentrieren. Unangenehme Themen sollen nicht ausgeblendet, sondern in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Der konstruktive Journalismus will zur Eigeninitiative anregen oder mögliche Lösungen aufzeigen.

Darum geht es mir auch bei meiner Arbeit: Ich möchte Menschen Mut machen und sie zu selbstbestimmtem Denken anregen. Sie auffordern, sich ihren Ängsten zu stellen und einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Um im besten Fall eine andere, positive Sichtweise auf die Welt, in der wir leben, zu erlangen.

Hier gehts zu meinem TEDx-talk über konstruktiven Journalismus.


					

Im Urwald

Vergangene Woche durfte ich einige Tage am Leben in einem Greenpeace-Camp teilhaben. Nahe dem Vidraru See in den rumänischen Karpaten hatten Greenpeace-Aktivisten ein Lager errichtet, um auf die letzten europäischen Urwälder aufmerksam zu machen.

Der Hintergrund: Obwohl es in Rumänien ein Gesetz zum Schutz der Urwälder gibt, wird es nicht umgesetzt – die illegalen Abholzungen gehen weiter. Diese Wälder beherbergen eine Artenvielfalt, die weit über die Landesgrenzen hinweg von Bedeutung ist: Mehr als 33.000 Tierarten leben hier, darunter Braunbären, Wölfe und Luchse. Greenpeace hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Experten das Gebiet und die bereits angerichteten Schäden zu vermessen und zu dokumentieren.

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Bereits der erste Tag im Wald mit den Greenpeace-Aktivisten verfehlte seine Wirkung nicht: je länger ich mich unter den Bäumen aufhielt, durch die knöchelhohe Laubschicht streifte, desto ruhiger wurde ich und der Stress der letzten Tage fiel mit jedem Schritt von mir ab. Am Ende des Tages hatte ich vergessen, wieviel Arbeit zuhause auf mich wartete. Ich begann, mich mit der Tatsache anzufreunden, dass das WLAN in meinem Hotel nicht funktionierte.

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Ich lernte Aktivisten wie Max, Nika oder Luca kennen, die aus allen Teilen Europas angereist waren, um mitzuhelfen – die aber lieber im Hintergrund bleiben, als im Rampenlicht zu stehen. „Wir sind keine Helden, sondern tun nur unsere Arbeit“, bekam ich in diesen Tagen öfters zu hören. Ich begriff, was es bedeutet, morgens bis abends in der Natur und mit ihr verbunden zu sein; verstand, warum Menschen Urlaub von ihrem Job nehmen, um unbezahlte Umweltarbeit zu machen. Ich fragte mich – nicht zum ersten Mal – ob mein Beitrag als Schreibtischtäterin ausreicht, um etwas in dieser Welt zu bewirken. Und mein Respekt vor den Menschen, die kalte Nächte im Zelt verbringen und auch noch bei strömendem Regen draußen unterwegs sind, um die Umwelt zu schützen, wuchs von Tag zu Tag.

Schweren Herzens trennte ich mich nach fünf Tagen von den liebgewonnenen Menschen im Camp und kehrte nachhause zurück, um der Welt von der unermüdlichen Arbeit, die Greenpeace leistet, zu berichten. Auf meiner neuen Seite, die ab Mitte September online geht, erwartet euch ein ausführlicher Bericht über die Arbeit von Greenpeace im rumänischen Waldcamp – mit vielen Bildern und Details aus dem Leben im Camp.

Nachhaltig Leben mit Kindern

Ab heute ist mein Buch „Nachhaltig Leben mit Kindern“ im Buchhandel und im Online-Shop des Konsument erhältlich.

Von der Windel über bewusste Ernährung bis zum ersten Handy: es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit Kindern und Jugendlichen einen ökologischen und achtsamen Lebensstil zu pflegen. Ob alternative Konsummöglichkeiten wie Tauschbörsen oder die Wahl der passenden Schule: Wie Eltern ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und unserer Umwelt nahebringen, wird in meinem Buch ebenso behandelt wie die richtige Umgangsweise mit dem Einfluss der Werbung. Erfahrungsberichte von Müttern und Vätern sowie Anekdoten aus meinem eigenen Erfahrungsschatz runden „Nachhaltig Leben mit Kindern“ ab.

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Bei uns zuhause ist Nachhaltigkeit ein allgegenwärtiges Thema und ich tue mein Bestes, um meine Kinder (12 und 17 Jahre) dafür zu sensibilisieren. Doch mir ist auch bewusst, dass ich ihnen nichts aufzwingen kann, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Meine Kinder sind ein Leben ohne Auto gewöhnt und unsere regelmäßigen Bahnfahrten sind für sie selbstverständlich geworden. Ich rede viel und oft mit ihnen über die Bedingungen, unter denen unsere Nahrung oder Kleidung hergestellt wird. Meine Vorliebe für Second Hand-Kleidung inklusive Streifzügen über Flohmärkte teilt meine Tochter bereits. Meine Entscheidung, auf Fleisch zu verzichten, möchten die zwei allerdings nicht mittragen.

Ein besonderes Anliegen war mir daher, in meinem Buch aufzuzeigen, wie Kinder und Jugendliche an eine nachhaltige und umweltbewusste Lebensweise herangeführt werden können. Natürlich können wir Eltern unseren Kindern einen gewissen Lebensstil vorleben, doch mit zunehmendem Alter wird unser Einfluss geringer. Dann können etwa Schulen mit dem Umweltzeichen oder Initiativen wie die Jugend-Umwelt-Plattform jump die Umweltbildung übernehmen.

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Film

Wir konnten keine Geldgeber finden, da niemand daran glaubte, dass die Leute einen so positiven Film sehen wollen“, sagt Cyril Dion bei der Österreich-Premiere von „Tomorrow“. Also startete der französische Umweltaktivist mit seiner Partnerin, der Schauspielerin und Regisseurin Mélanie Laurent, ein Crowdfunding, um ihr Herzensprojekt finanzieren zu können: einen Film darüber, was Menschen tun können, um einen drohenden ökologischen Kollaps zu vermeiden. Innerhalb von drei Tagen hatten Dion und Laurent 200.000 Euro gesammelt.

Die Idee zu „Tomorrow“ kam den Filmemachern, als sie in der Zeitschrift „Nature“ über eine Studie lasen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation zwischen 2040 und 2100 voraussagt – wenn wir unsere Gewohnheiten nicht ändern. Die Ursachen für den drohenden Kollaps reichen vom beschleunigten Rückgang der Artenvielfalt über die Häufung von klimatischen Extremereignissen bis zu rapiden Veränderungen des Energieverbrauchs. Laurent und Dion beschließen, etwas zu tun.

Gemeinsam mit einem Filmteam bereisen sie zehn Länder, um Projekte und Initiativen zu besuchen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen umsetzen. Denn bald wird klar, dass alles zusammenhängt: wenn wir es schaffen, die industrialisierte Landwirtschaft zu verändern, die von Erdöl abhängig ist, müssen sich auch die anderen entscheidenden Bereiche unseres Lebens ändern: Energiegewinnung, Wirtschaft, Bildung und Demokratie.

Die Filmemacher besuchen eine Permakultur-Farm in Nordfrankreich, die ohne Erdöl und ohne Pestizide auskommt – und produktiver ist als die industrielle Landwirtschaft. Sie sprechen mit Rob Hopkins, dem Gründer der Transition Town – Bewegung, deren Ziel es ist, die Abhängigkeit von Erdöl zu reduzieren. In Kopenhagen dokumentiert der Film eine Stadtplanung, die den Mensch, und nicht das Auto, in den Mittelpunkt stellt: zwei Drittel der Kopenhagener sind ohne Auto unterwegs, mehr als ein Drittel mit dem Fahrrad. In Indien kommt ein ehemaliger Bürgermeister zu Wort, der durch partizipative Demokratie das Schicksal seiner 5000 Einwohner veränderte.

All diese Beispiele zeigen: wir müssen nicht darauf warten, bis die Politik die richtigen Entscheidungen trifft, sondern können selbst damit beginnen, die Welt zu verändern. Die Leiter der anfangs genannten Studie, Anthony Barnosky und Elizabeth Hadly, bleiben übrigens optimistisch: „Die Menschen sind intelligent genug, und wenn wir schnell positive Aktivitäten vervielfachen, können wir vielleicht den Lauf der Dinge positiv beeinflussen.“

„Tomorrow“ wurde mit dem Filmpreis César in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und lockte im französischsprachigen Raum bereits über eine Million Zuschauer in die Kinos. Filmstart: 3. Juni 2016.

Hotels der Zukunft (Bestseller)

Vom Hightech-Hotel bis zum Hotel mit Flüchtlingspersonal: neue Konzepte der Hotellerie für die Bedürfnisse des Gastes von morgen.

Multikulti Dinis Angsberg war 17 Jahre alt, als er aus seiner Heimat Guinea Bissau, Westafrika flüchtete und in einem Containerschiff nach Europa gelangte. Kürzlich hat Angsberg seine erste Arbeitsstelle gefunden: Als Rezeptionist in magdas Hotel. 20 anerkannte Flüchtlinge, fünf Profis aus der Hotellerie und ein Job-Coach aus insgesamt 16 Ländern, das ist die Belegschaft des kürzlich eröffneten Hotels beim Wiener Prater. magdas Hotel ist ein Social Business der Caritas und wurde unter anderem mithilfe von Crowdfunding ermöglicht. Alles hier ist ein wenig anders als in herkömmlichen Hotels: neben den anerkannten Flüchtlingen, die hier arbeiten, lebt auch eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einer hoteleigenen Wohngemeinschaft. „Einige von ihnen werden im Herbst eine Lehre im Hotel beginnen“, sagt Caritas-Sprecher Martin Gantner. magdas Hotel war früher ein Seniorenheim, dessen Einrichtung in einem Upcycling-Prozess adaptiert wurde: Die vorhandenen Einbaukästen wurden zu Nachtkästchen und Sekretären umfunktioniert, weitere Möbel stammen aus dem Secondhand-Markt carla der Caritas. Mehrere Unternehmen spendeten Einrichtungsstücke; aus alten Kofferablagen, die früher in Zügen der ÖBB zum Einsatz kamen, wurden Garderoben für die Hotelzimmer. Zahlreiche Firmen unterstützten das Projekt sowohl finanziell als auch in Form helfender Hände in der Werkstatt. „Zu unseren Umbau-Events kamen sogar Freiwillige aus der Nachbarschaft, um zu helfen“, erzählt Projektleiterin Johanna Aufner.

Hightech für Reisende Am Wiener Hauptbahnhof eröffnete kürzlich ein Hotel, das State-of-the-Art-Technologien für Reisende adaptiert. Fünf Jahre lang hat das Fraunhofer-Institut geforscht, welchen Einfluss globale Trends auf die Hotellerie haben. Das Ergebnis: das Hotel Schani. Der Gast kann sich mit einem neuen Reservierungssystem den Aufenthalt nach eigenen Wünschen gestalten und das bevorzugte Zimmer selbst aussuchen. Mehr lesen.

Mädchenpower

In den letzten Wochen hat sich die Stimmung in unserem Land verändert: In Medien und sozialen Netzwerken werden Ängste geschürt und Stimmung gegen Menschen aus anderen Ländern gemacht. Frauen werden aufgefordert, sich zu schützen, private Initiativen bieten Begleitschutz an. Immer wieder höre ich von Frauen, die laut darüber nachdenken, ihre Töchter in Selbstverteidigungskurse zu stecken. Meine Antwort darauf: Ich habe mich in diesem Land mein Leben lang sicher gefühlt, und daran hat sich nichts geändert. Ich habe keine Lust, mich von der Panikmache in den Medien beeinflussen zu lassen. Und nein, ich werde meine Tochter nicht zur Selbstverteidigung schicken. Vielmehr möchte ich ihr Selbstbewusstsein stärken, möchte ihr beibringen, Grenzen zu setzen und im richtigen Moment Nein zu sagen. Sich selbst zu spüren. Sie ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, sich frei zu bewegen – ohne Angst vor dem Fremden oder davor, ihre Meinung sagen zu dürfen. Und dabei die Empathie nicht zu kurz kommen zu lassen. Denn ich bin überzeugt, dass ein gesundes Selbstwertgefühl der beste Weg zu einem selbstbestimmten Leben ist. Eine unserer größten Aufgaben als Frauen und Mütter sehe ich daher darin, unseren Töchtern genau das zu vermitteln. Sie in ihrer Persönlichkeit zu bestärken und sie so anzunehmen, wie sie sind.

herz

Ich gebe zu, dass ich keine Lust habe, mich in ein Weibchenschema pressen zu lassen, das mancherorts wieder zutage tritt und das mir vorschreiben will, wie eine Frau zu sein hat. Ich will ohne Angst durchs Leben gehen, will erfolgreich sein, ordentlich verdienen und gleichzeitig für meine Kinder da sein; möchte mich dabei spüren und das Leben genießen. Mir nicht einreden lassen, dass das nicht möglich sei, sondern meiner Tochter vorzeigen, wie es funktionieren kann. Und ich weiß, dass es möglich ist, denn ich habe einen Mann an meiner Seite, der mich bestärkt und unterstützt. Mit dem „Halbe-Halbe“ nicht nur bedeutet, die Aufgaben im Haushalt und in der Kinderbetreuung zu teilen, sondern vor allem gemeinsame Verantwortung für unser Einkommen zu übernehmen.

Dass Frauen alleine wegen ihres Frauseins herabgewürdigt und belästigt werden, musste ich in jungen Jahren schmerzlich erfahren. Mein Selbstbewusstsein erarbeitete ich mir schrittweise, meine Familie war dabei keine Hilfe. Ich wuchs in dem Glauben auf, Bescheidenheit sei eine erstrebenswerte Tugend, lernte, dass andere Meinungen mehr zählten als meine eigene – vor allem die von Männern. Doch das Korsett, in das ich eingezwängt war, konnte das Feuer in mir nicht löschen. Ich spürte, dass da noch mehr sein müsse, als lieb und brav zu sein. Und in dem Maße, in dem mein Selbstwertgefühl wuchs, taten sich ungeahnte Möglichkeiten auf, gleichzeitig nahmen Grenzüberschreitungen von männlicher Seite ab. Indem ich lernte, mich selbst zu lieben, wuchs auch der Respekt der Männer (und Frauen) um mich herum.

Dieses Wissen und meine Lebenserfahrung an meine Tochter weiter zu geben, ist mir ein Herzensanliegen. Und wenn ich sie heute mit ihren elf Jahren sehe, ihre unbändige Lebenslust, ihren Humor und den Willen, alles zu erreichen, was sie sich vorgenommen hat, spüre ich, dass wir zwei auf einem guten Weg sind.

Bank für Gemeinwohl (Konsument)

Das Projekt Bank für Gemeinwohl hat die 2 Millionen Euro-Grenze geknackt und ist weiterhin auf der Suche nach Unterstützern. Nächstes Ziel: 6 Millionen Euro.

Die Idee zur Bank für Gemeinwohl (ursprünglich: Demokratische Bank) entstand 2008 als Reaktion auf die Finanz- und Bankenkrise. Als Gegenentwurf zu den viel zitierten „Bad Banks“ entwickelte attac Österreich die Idee einer „Good Bank“. Christian Felber, einer der führenden Köpfe der attac-Bewegung, die sich für eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft einsetzt, legte 2010 mit anderen Mitstreitern den Grundstein für die Bank für Gemeinwohl. Heute sind rund 100 großteils ehrenamtliche Mitarbeiter damit beschäftigt, das Projekt voranzutreiben, über 30 bekannte Persönlichkeiten wie die Unternehmer Josef Zotter und Johannes Gutmann oder Kabarettist Thomas Maurer unterstützen das Vorhaben auch in der Öffentlichkeit.

 Demokratisches Gestalten Die Wirtschaft, insbesondere die Finanzwirtschaft, schafft derzeit mehr Probleme, als sie löst“, meint Christian Felber. „Geld sollte nur das Mittel, und nicht das Ziel irgendeiner wirtschaftlichen Tätigkeit sein.“ Ziele der Bank sind demnach die Förderung sozial und ökologisch nachhaltiger Entwicklung, Verteilungsgerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung, Geschlechtergerechtigkeit sowie regionale und kulturelle Vielfalt. „Geld soll zu einem dienenden Mittel für das Gemeinwohl und in Richtung öffentliches Gut weiterentwickelt werden“, so Felber. Insbesondere sollen regionale Wirtschaftskreisläufe, kleine Unternehmen und Haushalte gefördert werden. Die Bank verzichtet auf ethisch und ökologisch fragwürdige Geschäfte wie etwa spekulative Eigengeschäfte und konzentriert sich auf das Fördern von besonders wertvollen sozialen und nachhaltigen Projekten. Nicht der Profit, sondern die Maximierung des Gemeinwohls steht im Mittelpunkt, nach demokratisch vorgegebenen Kriterien. Die Bank wird auch Kredite vergeben – und dabei Projekte, die dem Gemeinwohl dienen, besonders fördern. „Biolebensmittel, erneuerbare Energien, fairer Handel und regionale Wirtschaftsstrukturen sollen Vorrang erhalten“, erklärt Felber. Transparenz steht dabei im Vordergrund: Ziele und Maßnahmen sollen genau nachvollziehbar kommuniziert werden, etwa die Verwendung von Kundengeldern. Durch demokratisches Gestalten wird Geld zu einem Mittel des Gemeinwohls und der Lebensqualität für alle. So wird es auch ein Kontingent von Gratiskonten für sozial benachteiligte Haushalte geben. Geld bleibt dadurch nicht nur ein privates Gut, sondern wird auch zu einem öffentlichen Gut.

Jeder kann mitgründen „Wir benötigen vorerst 6 Millionen Euro, um bei der Finanzmarktaufsicht die Bankenkonzession zu beantragen“, erklärt Genossenschaftsvorstand Robert Moser. „Das Ziel insgesamt sind 15 Millionen Euro, um die Bank auf stabile Beine zu stellen.“ Ab 200 Euro ist man dabei und kann als Mitglied der Genossenschaft dazu beitragen, Österreichs erste Alternativ-Bank ins Leben zu rufen. Der Höchstbetrag ist 100.000 Euro. „Wir benötigen vorerst 6 Millionen Euro, um bei der Finanzmarktaufsicht die Bankenkonzession zu beantragen“, ergänzt Moser. „Das Ziel insgesamt sind 15 Millionen Euro, um die Bank auf stabile Beine zu stellen. Für die Gründung der Bank werden etwa 40.000 Genossenschafter benötigt. „ Wir suchen Menschen, die aktiv die Entwicklungen mitgestalten, aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter“, erklärt Moser. Es gibt vier Arbeitskreise (Kampagne, Bankplanung, IT und Sicherheit sowie Genossenschaftsentwicklung), je nach Interessen und Ressourcen werden Interessierte in diese Arbeitskreise eingebunden. Mehr lesen.

Es war ein gutes Jahr

..und ein herausforderndes. 2015 begann für mich mit der Entscheidung, kein Fleisch mehr zu essen, was meinem Körper aufgrund der Ernährungsumstellung einiges abverlangte. Der Start meines Mannes in die Selbständigkeit als Shiatsu-Praktiker bedeutete, mich nicht mehr auf ein sicheres Einkommen in der Familie verlassen zu können. Zeitgleich begann ich mit der Arbeit an meinem zweiten Ratgeber („Nachhaltig Leben mit Kindern“). Dann kamen die Flüchtlinge und der Wunsch zu helfen; ich entschloss mich, einen jungen Syrer in Form einer Patenschaft bei connecting people unter meine Fittiche zu nehmen. Der erste Höhepunkt meines Jahres war die Erfüllung eines langgehegten Wunsches: nach einer Pressereise zu Fairtrade-Kaffeebauern in Honduras machte ich auf eigene Faust einen Abstecher an die Karibikküste.

Im Herbst folgte dann ein weiteres Highlight des Jahres: die Einladung zu den TEDx Talks nach Linz, wo ich über lösungsorientierten Journalismus referieren durfte – mein erster Auftritt auf einer Rednerbühne. Obwohl ich mein Leben lang geglaubt hatte, dass ich viel zu schüchtern für einen öffentlichen Auftritt sei, zog es mich doch aus unerfindlichen Gründen genau dorthin. Das feedback meiner Sprechtrainerin, die meinte, es handele sich um ein Talent, das ich weiter ausbauen solle, bestärkte mich dann auch, diesen Weg weiter zu verfolgen. Kurz bevor ich mir einen weiteren großen Wunsch erfüllen konnte – die Teilnahme an der Klimakonferenz in Paris, für die ich bereits akkreditiert war – streikte mein Körper und zwang mich zur Ruhe. Kurz überlegte ich, mich trotz Halsentzündung in den Zug nach Paris zu setzen, doch die Vernunft war stärker als die Enttäuschung.

Da ich kein Mensch bin, der lange hadert, konnte ich meiner Krankheit schon bald etwas Positives abgewinnen: ich genoss die Ruhe, schrieb in mein Tagebuch und las viel. Vor allem machte die erzwungene Bettruhe mir bewusst, dass ich es in dem unbändigen Drang, all meine Träume und Wünsche umzusetzen, übertrieben hatte. Mein halbes Leben war ich auf der Suche nach meiner Berufung, nach einem Sinn in meinem Leben – und jetzt, da ich das Gefühl habe, endlich durchzustarten, könnte ich Bäume ausreißen. Jahrelang habe ich in einem Kokon verbracht, aus dem ich mich jetzt befreie, und das fühlt sich zu gut an, um noch mehr Zeit zu verschwenden. Bei all dem Tatendrang fällt es mir mitunter jedoch schwer, auf die Signale meines Körpers zu achten. Zwar habe ich gelernt – nicht zuletzt mithilfe meines Mannes – in mich hinein zu spüren und auf mich zu achten, betreibe regelmäßig Sport und ernähre mich halbwegs vernünftig. Doch gibt es immer wieder Zeiten, in denen die Tretmühlen des Alltags alle guten Vorsätze vergessen lassen. Und dann sind da natürlich noch meine Kinder, die meine Aufmerksamkeit brauchen und für die da zu sein mein größtes Anliegen ist.

Daher lautet ein Vorsatz für das Neue Jahr, wieder mehr zur Ruhe zu kommen und mir regelmäßige Auszeiten zu nehmen – was als Selbständige und Mutter nicht immer leicht ist. Ich möchte öfters meiner Sehnsucht nach Natur nachgeben, und wenn es nur in Form eines kurzen Spazierganges im Prater ist. Gerade im letzten Jahr habe ich gespürt, wie wichtig auch ein längerer Urlaub wäre, um wieder zu Kräften zu kommen und Energien zu tanken. Und, wie könnte es anders sein, schmiede ich schon wieder Pläne: ich möchte endlich meinen größten Herzenswunsch erfüllen und ein ganz persönliches Buch schreiben. Denn die Gewissheit, all das erreichen zu können, was mir wirklich am Herzen liegt, verleiht mir immer wieder aufs Neue ungeahnte Kräfte.

Optimismus vor dem Klimagipfel

In wenigen Tagen beginnt die 21. UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris, bei der ein neuer Klimavertrag ausverhandelt werden soll. Einige Entwicklungen machen Hoffnung auf einen Durchbruch bei den seit Jahren stagnierenden Verhandlungen:

1. China und USA, die weltweit größten Verursacher von Treibhausgasen, haben erstmals konkrete Klimaschutzziele bekannt gegeben.

2. Beide Länder kündigten eine Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien an.

3. US-Präsident Barack Obama legte den Clean Power Plan vor: Er soll den Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken in den USA um rund ein Drittel senken.

4. Die EU hat eine CO2-Einsparung von mindestens 40 Prozent bis 2030 beschlossen.

5. 147 von 194 teilnehmenden Staaten haben bereits Klimapläne (INDC) eingereicht.

6. Der Vertragsentwurf für Paris sieht eine fünfjährige Verpflichtungsperiode vor, das bedeutet, dass bei CO2-Emissionen alle fünf Jahre nachgebessert werden kann.

7. Der aktuelle World Energy Outlook der International Energy Agency (IEA) besagt, dass Erneuerbare Energien 2014 fast die Hälfte der gesamten neu errichteten Kapazität zur Stromerzeugung ausmachten.

8. Am 29. November, einen Tag vor Beginn der Klimakonferenz, gehen beim Climate March weltweit Menschen für den Klimaschutz auf die Straße.

9. Die Divestment-Bewegung, deren Ziel der Abzug von Vermögen und Kapitalanlagen aus der fossilen Energiegewinnung ist, hat im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz ihre Akitivitäten verstärkt.

10. Selbst der Papst setzt sich für den Klimaschutz ein.