Hervorgehobener Beitrag

Das Buch ist da!

Mein Ratgeber “Nachhaltig Leben” mit vielen wertvollen Tipps rund um verantwortungsvollen Konsum und Lebensstil ist nun erhältlich, zu bestellen über den Verein für Konsumenteninformtion/Konsument, oder auch bei mir persönlich erhältlich (siehe Kontaktdaten).

Nachhaltig_leben_COVER_1000pxUmfragen besagen, dass über die Hälfte der Verbraucher an nachhaltigem Konsum interessiert sind, also an einem Konsum, der die Umwelt schützt und für faire Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern steht. Nur zehn Prozent der Befragten setzen dieses Anliegen allerdings in die Praxis um. Dass die Macht der Konsumenten größer ist als viele glauben, ist unter Wirtschaftsethikern bereits bewiesen. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Konsumenten durch gezielten Kauf bzw. Boykott Einfluss auf Produkte am Markt nehmen können: eines der bekanntesten ist der Shell-Boykott von 1995, bei dem unzählige Käufer auf die von Shell angekündigte Entsorgung des schwimmenden Öltanks Brent Spar reagierten. Shell musste schließlich einlenken.

Je mehr Menschen nachhaltige Produkte kaufen, desto mehr Anbieter werden von konventioneller Produktion auf nachhaltige umsteigen. Fairtrade- oder Bio-Produkte mögen in manchen Fällen teurer sein als herkömmliche, doch das können Konsumenten durch einen bewussten Lebensstil in anderen Bereichen ausgleichen.  Jeder von uns kann etwa durch (teilweisen) Verzicht auf das Auto oder mit dem Konzept „Nutzen statt Besitzen“ einen Beitrag für die Umwelt und für faire Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern leisten. Wer mehr tun möchte, hat ebenfalls vielfältige Möglichkeiten: Proteste gegen ausbeuterische Unternehmen, Unterstützung von NGOs, Teilnahme an Petitionen oder Vernetzung von Gleichgesinnten über soziale Netzwerke sind nur einige Beispiele.

Eine Leseprobe aus “Nachhaltig Leben” gibt es hier.

New York mit wenig Geld (Onrail 2/2015)

New York City ist ein teures Pflaster. Doch mit einigen Tricks und Tipps kommen auch Besucher mit kleinem Budget auf ihre Kosten.

Meooow! Die Stimme klingt verzweifelt. Nur langsam tauche ich aus den Tiefen meiner Träume auf und sehe verschlafen auf die Uhr: 6.30 Uhr. An die Decke starrend, versuche ich heraufzufinden, wo ich mich befinde. Meow! Neben meinem Bett sitzt ein Kater, miaut auf Englisch und starrt mich vorwurfsvoll an. Langsam fallen mir die Details der letzten Nacht ein: dass ich um 8 Uhr abends mit einem Buch in der Hand eingeschlafen bin und dafür mitten in der Nacht hellwach war – der Jetlag lässt grüßen. Und nun weiß ich auch wieder, wo ich bin: in einem Apartment in New York City, deren Bewohnerin sich auf Heimatbesuch in Deutschland befindet und mir ihren Kater anvertraut hat. Gefunden habe ich die Unterkunft über eine Housesitting-Plattform im Internet, die kostenlose Wohngelegenheiten an Besucher vermittelt, die im Gegenzug die Wohnung – und eventuelle Haustiere – betreuen. 

Das Apartment meiner Gastgeberin liegt in Harlem im Norden Manhattans und passt zu New Yorker Wohnverhältnissen: klein, dunkel und teuer. Doch für ein paar Tage genau das Richtige, um die Stadt zu erkunden – die Subway befindet sich gleich um die Ecke und mit dem Expresstrain ist man in zehn Minuten in Midtown Manhattan. Harlem selbst hat längst die Aura des verrufenen Viertels, das man früher besser mied, verloren. Zwar ist der Anteil der schwarzen Bevölkerung auf weniger als 50 Prozent gesunken, doch bleibt das ganz eigene, von afroamerikanischer Kultur geprägte, Flair. Vor allem bei einer der legendären Gospel-Messen: die überwiegende Mehrheit der Besucher ist schwarz, nur die Touristen, die über eine Treppe zu den hintersten Plätzen geführt werden, sind mehrheitlich Weiße. Auch wenn der Messe etwas von einem Großevent anhaftet – zwei große Leinwände übertragen das Geschehen auf der Bühne – reißen die phantastischen Gospel-Sänger auf dem Podium alle von den Stühlen. Mehr lesen.

TTIP – umstrittenes Handelsabkommen (Konsument, 31.3. 2015)

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA lässt die Wogen hochgehen. Konsumenten werden laut Experten zu wenig berücksichtigt.

TTIP steht für „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft) und ist ein Handelsabkommen, das die Europäische Kommission im Auftrag der Mitgliedsländer seit 2013 mit den USA verhandelt. Laut den politisch Verantwortlichen sollen damit Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden, und zwar vor allem durch die Angleichung der jeweiligen Gesetze und Regeln beider Wirtschaftsregionen sowie die Stärkung von Investorenrechten.

Mangelnde Transparenz Die treibenden Kräfte hinter dem Start der Verhandlungen waren US-Präsident Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, die Verhandlungen werden zwischen der EU-Kommission und dem US-Handelsvertreter auf Beamtenebene geführt. Bereits in der Vorbereitung gab es aber auch hunderte Treffen mit Vertretern der großen internationalen Konzerne. Das von den EU-Mitgliedsstaaten beschlossene Verhandlungsmandat steht wie der gesamte Verhandlungsprozess unter Geheimhaltungspflicht – dadurch bekommen Ausschussmitglieder im Europäischen Parlament nicht genügend Informationen über den Inhalt. Die Transparenz wurde zwar unter der neuen EU-Kommissarin Cecilia Malmström verbessert. Noch immer seien jedoch wesentliche Verhandlungsdokumente unter Verschluss, wie viele Kritiker bemängeln. Vertreter von großen Konzernen haben jedoch privilegierten Zugang zu den Verhandlungen. Damit können sie ihr Geld und ihren Einfluss rechtzeitig vor Ende der Verhandlungen einsetzen. „Es ist völlig inakzeptabel, dass Industrielobbyisten ein privilegierter Zugang gewährt wird und die Zivilgesellschaft wie auch Parlamentarier unzureichend informiert werden“, kritisiert Greenpeace-Experte Florian Schweizer. Regierungsvertreter wissen zwar mehr als die Öffentlichkeit, haben sich jedoch über den EU-Rat selbst dazu verpflichtet, keine Informationen weiter zu geben. Sobald das Abkommen ausverhandelt ist, darf das Europäische Parlament dem vorliegenden Vertrag nur zustimmen oder ihn ablehnen. Ob nationale Parlamente in den Abstimmungsprozess eingebunden werden, ist noch unklar.

Auswirkungen auf Konsumenten Theoretisch können Konsumenten im Zuge von TTIP von niedrigeren Preisen und einer größeren Auswahl an Handelsgütern profitieren“, sagt Johannes Kleis von der Europäischen Konsumentenvereinigung BEUC. „Andererseits besteht die Gefahr, dass Standards abgesenkt werden.“ Das hätte zur Folge, dass Essen auf unseren Tellern landet, das nicht nach europäischen Sicherheitsstandards produziert wurde. Berühmtestes Beispiel dafür ist das „Chlorhuhn“: In den USA ist es erlaubt, Hühner nach der Schlachtung in einem Bad aus einer Mischung aus verschiedenen Substanzen, darunter Chlorlauge, zu desinfizieren um damit vor allem Salmonellen abzutöten. In der EU ist dieses Fleisch verboten. Die USA stehen auf dem Standpunkt, dass dieses Verbot keine wissenschaftliche Grundlage hat, da keine Gesundheitsgefährdung von Menschen beim Verzehr nachgewiesen werden kann. Mehr lesen.

Die Energien der Zukunft

Fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle haben nicht umsonst einen schlechten Ruf: sie sind für einen Großteil der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich und tragen maßgeblich zum Klimawandel bei. Doch es gibt Alternativen.

Ob Öl, Kohle oder Gas, alle fossilen Brennstoffe enthalten Kohlenstoff, der sich beim Verbrennen mit Sauerstoff verbindet und sich als Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre anreichert. Kohle ist die schmutzigste Energiequelle von allen: Im Jahr 2011 gelangten weltweit insgesamt 34 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre, davon gingen rund 45 Prozent auf das Konto der Kohle. Während die weltweiten Kohlevorräte Schätzungen zufolge noch etwa 200 Jahre reichen, rüstet sich die Ölindustrie zum Run auf die letzten Reserven: Die Ölfelder werden in etwa 60 Jahren ausgebeutet sein.

Der Ölverbrauch steigt von Jahr zu Jahr: 2013 wurden laut BP Statistical Review weltweit täglich 91,3 Millionen Barrel Öl verbraucht, 61 Prozent dieser gigantischen Menge gingen auf das Konto des Transportwesens, davon wurden wiederum 80 Prozent im Straßenverkehr verbraucht. Erdöl steckt auch in Waschmitteln, Farbstoffen, Pharmazeutika und Kunststoffen – jedes Plastiksackerl aus dem Supermarkt enthält ungefähr einen Liter Öl. Doch die geförderte Menge nimmt ab: Die meisten Ölfelder verzeichnen einen Produktionsrückgang um rund sieben Prozent jährlich. Auf der Jagd nach dem schwarzen Gold dringt die Ölindustrie in immer entlegenere Regionen vor – selbst vor der Arktis, einem der sensibelsten Ökosysteme der Erde, macht sie nicht Halt. Gerade ist Shell dabei, eine riesige Ölplattform in die Arktis zu verfrachten – ein Greenpeace-Schiff hat die Verfolgung aufgenommen. Die OMV plant inzwischen Ölbohrungen vor der kroatischen Küste und bedroht damit die Lieblingsstrände vieler Österreicher. Hier kann man dagegen unterschreiben.

Was sind die Alternativen? Eine von Greenpeace beauftragte Analyse zeigt, dass 77% des europäischen Energiebedarfs bis zum Jahr 2030 mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden können. Dazu gehören Sonnen- und Windenergie, Wasserkraft oder Biomasse. Portugal produzierte bereits im ersten Quartal 2013 70% des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen, Dänemark deckte Anfang 2013 mehr als 80% seines Energiebedarfs mit Windenergie. In dem von Greenpeace entwickelten Szenario der Energiewende werden durch weltweite Investitionen von 1% des globalen BIP 12 Millionen neue Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbarer Energien geschaffen. Laut eines Gutachtens der Europäischen Kommission würden Investitionen in die Sektoren „Erneuerbare Energie“ und „Effizienz“ mehr als eine halbe Million neue Arbeitsplätze in der EU schaffen.

Die Essenz des Notwendigen (Freude 05, März 2015)

Wer bereit ist, aus der Konsumgesellschaft auszusteigen, wird zur Wurzel des Essentiellen vordringen. Auf die mutigen Aussteiger warten neue Märkte wie Tauschbörsen, Nachbarschaftshilfe oder Zeitgutscheine. Und das Beste daran? Der positive Effekt auf Umwelt, Geldbörse und das soziale Miteinander.

Marianne tänzelt frohlockend durch die Wohnung und präsentiert ihren eben erstandenen Rock vor den bewundernden Blicken der Anwesenden. Christina, vormalige Besitzerin des Kleides, nickt anerkennend mit dem Kopf: „Jetzt gehört er dir!“ Die private Kleidertauschbörse von Christina Schröder erfreut sich wachsender Beliebtheit. Einmal im Monat stellt die Wienerin ihre Wohnung für Freunde und Bekannte zur Verfügung. „In erster Linie werden Kleider getauscht, aber immer wieder wechseln auch Bücher, Filme oder andere Gebrauchsgegenstände den Besitzer“, erzählt Schröder, die in ihrem Beruf als Pressesprecherin der Entwicklungsorganisation Südwind mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen konfrontiert ist. „Gerade unsere Kleidung wird unter teils menschenunwürdigen Bedingungen in Ländern wie Bangladesh produziert. Indem ich den Kauf von neuer Kleidung verweigere und stattdessen tausche, protestiere ich auf meine Weise dagegen.“ Während sich im Wohnzimmer die Kleider türmen, wird nebenan in der Küche getratscht. Getauscht wird völlig frei und nicht Stück gegen Stück. „Es geht um das Überdenken der eigenen Bedürfnisse: was brauche ich wirklich?“

Gemeinsam nutzen statt besitzen Mit ihren Kleidertauschparties liegt Christina Schröder voll im Trend: Sharing Economy, Ko-Konsum oder Collaborative Consumption – viele Bezeichnungen stehen für dieselbe Idee, Dinge gemeinsam zu nutzen statt zu besitzen. Immer mehr Menschen suchen Alternativen zum vorherrschenden Konsumwahn und gehen neue Wege. Die Fragen, die sie sich stellen, lauten: Was macht mich glücklich? Wie lange hält das gute Gefühl an, wenn ich mir etwas kaufe – und wie lange, wenn ich etwas teile? Und: was brauche ich wirklich? Ein reduzierter Lebensstil kann ein tiefes Gefühl der Befriedigung erzeugen, auch wenn uns die Werbung etwas Anderes weismachen will. Dabei geht es gar nicht um Verzicht, sondern darum, Prioritäten zu setzen. Wer sich bewusst macht, was wirklich zählt im Leben, kommt weg von den materiellen Bedürfnissen und lernt die kleinen Freuden zu schätzen: ein Kinderlachen, die Umarmung einer Freundin oder ein Waldspaziergang. Und wenn man sich hin und wieder doch etwas leistet, ist die Freude darüber umso größer. Vereine wie „Wir Gemeinsam“ beruhen auf diesem Prinzip der Reduzierung: Ausgehend von der Region Ried im Innkreis wurde ein Netzwerk aufgebaut, in dem Menschen ihre vielfältigen Talente austauschen, um einander zu helfen und unterstützen. Die Mitglieder bieten Tätigkeiten an, die sie gut können, wie etwa Hilfe im Haushalt, Reparaturen oder Massagen, und können dafür zu einem anderen Zeitpunkt ähnliche Dienste in Anspruch nehmen. Das funktioniert mithilfe eines Zeitkontos und Zeitscheinen, bei denen jede Stunde – egal für welche Tätigkeit – gleich viel wert ist. „Unsere Nachbarschaftshilfe startete 2008 und umfasst derzeit 26 Regionen mit ca. 2.000 Mitgliedern in Oberösterreich und Grenzregionen“, erklärt Tobias Plettenbacher, Obmann des Vereins WIR Gemeinsam. Mehr lesen.

Cradle to Cradle (Bestseller, 1/2015)

Hinter diesem Prinzip steht die Idee, von Anfang an in kompletten Produktkreisläufen zu denken – und erst gar keinen Müll entstehen zu lassen.

Essbare Sitzbezüge, der Natur nachempfundene Häuser und kompostierbare T-Shirts: Von der Wiege zur Wiege – so die wörtliche Übersetzung des Cradle to Cradle-Prinzips – ist ein Konzept, das der deutsche Umweltchemiker Michael Braungart gemeinsam mit dem amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt hat. Die Idee dahinter: Produkte sollen am Ende ihres Lebens nicht entsorgt werden, sondern von Anfang an so konzipiert sein, dass sie sich in anderer Form weiterverwenden oder sogar vollkommen kompostieren lassen. Dadurch werden Ressourcen gespart und Müll vermieden. Als Beispiel nennt Braungart das Papierrecycling: „Eine herkömmliche Zeitung enthält rund 50 Stoffe, die eine Kompostierung verhindern und beim Recycling giftige Papierschlämme erzeugen.“ Idealerweise müsse eine Zeitung demnach so erzeugt werden, dass sie für die Rückkehr in den natürlichen Kreislauf geeignet ist. Diesem Anspruch wird das niederösterreichische Kommunikationshaus Gugler gerecht: die hauseigene Druckerei wurde als erste und bisher einzige Druckerei weltweit Cradle to Cradle-zertifiziert. „Alle Bestandteile und Chemikalien werden auf Nachhaltigkeit überprüft und bewertet“, erklärt Nachhaltigkeitsbeauftragte Verena Aspalter. Es wird ausschließlich mit Substanzen gedruckt, die dem biologischen Kreislauf wieder zugeführt werden können. Die Druckprodukte sind demnach FSC, PEFC oder mit dem EU-Ecolabel zertifiziert, mit dem eigenen Label greenprint bietet Gugler zudem klimapositiven Druck. Im Jahr 2014 machten Cradle to Cradle-Produkte 19 % des hauseigenen Druckauftrag-Volumens aus.

Erfindergeist Um sein Konzept in die Welt zu tragen, hat Braungart ein internationales Umweltforschungs- und Beratungsinstitut mit Hauptsitz in Hamburg gegründet, die Braungart EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency). Dort tüftelt er an Produkten, die in Kooperation mit Unternehmen nach dem Cradle to Cradle-Prinzip hergestellt werden: Das Trigema Change – Shirts etwa wird in Deutschland aus Biobaumwolle gefertigt und mit Garn aus Biobaumwolle genäht. „Wir verwenden Farbstoffe und Appreturen, die ausnahmslos unschädlich sind und unter Kompostierbedingungen in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können“, erklärt Trigema-Sprecherin Nicole Thomann. Auch die Thoma Holz GmbH arbeitet nach diesen Prinzipien: Beim Thoma Holz 100-Haus werden Kanthölzer und Bretter zu kompakten Bauelementen geschichtet und mit Buchendübeln, ohne Leim und Metallteile, verbunden. „Unser Bausystem ermöglicht eine lückenlose Kreislaufwirtschaft“, erklärt Florian Thoma. „Die Wände können wieder auseinander genommen werden, die Bretter sind wiederverwendbar – und bis zu 500 Jahre haltbar.“ Der Renner unter den Cradle to Cradle-Produkten ist wohl eine von Braungarts eigenen Erfindungen: Ein kompostierbarer Sitzbezug, der in der First Class des Airbus A380 zum Einsatz kommt. Passend zu Braungarts Credo: Abfall sollte Nahrung sein. Mehr lesen.

Frauenrechte sind Menschenrechte

Trotz Verbesserungen sind Frauen weltweit von Gleichberechtigung weit entfernt. Und Feminismus hat einen negativen Beigeschmack bekommen. Warum eigentlich?

Feminismus ist ein unpopuläres Wort geworden“, sagte Emma Watson vergangenen September vor den Vereinten Nationen. „Der Kampf für gleiche Rechte wird zunehmend mit Männerhass gleichgesetzt. Das muss aufhören.“ Zum Auftakt der HeforShe-Kampagne hielt die britische Schauspielerin und UN-Sonderbotschafterin für Frauenrechte eine viel beachtete Rede und erinnerte an die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Feminismus: Die Überzeugung, dass Frauen und Männer gleiche Rechte haben sollen.

Moderne Feministinnen Gleichberechtigung ist kein reines Frauenthema, sondern ein Menschenrecht“, steht auf der Website der HeforShe-Kampagne, die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern ins Bewusstsein rufen will – und Männer dazu auffordert, sich für Gleichberechtigung stark zu machen. Denn auch Männer seien betroffen, wie etwa Väter, die darum kämpften, als gleichberechtigter Elternteil gesehen zu werden. Immer mehr Prominente setzen sich für das Thema ein: Bei einem Auftritt der Sängerin Beyoncé im Zuge der MTV Video Music Awards wurde der riesige Schriftzug „FEMINIST“ auf die Bühne projiziert. „Ich schätze, ich bin eine moderne Feministin“ sagte Beyoncé in einem Interview. Die Sängerin lässt Zitate feministischer Autorinnen in ihre Songs einfließen und schrieb kürzlich in einer Stellungnahme für den „Shriver Report“ zum Thema Gleichberechigung: “Die durchschnittlich arbeitende Frau verdient gerade 77 Prozent dessen, was ein Mann durchschnittlich verdient”. Der Titel des Essays: „Gender Equality is a Myth!“. Die Schauspielerinnen Eva Longoria und Jennifer Garner sowie US-Politikerin Hillary Clinton beziehen in dem Report ebenfalls Stellung.

Feminismus in sozialen Medien Frauen setzen sich seit über 200 Jahren für gleiche Rechte ein, sind von Gleichberechtigung jedoch weit entfernt. Anfang 2013 ging ein „Aufschrei“ durch die sozialen Medien – unter dem gleichnamigen Hashtag twitterten Frauen über sexistische Bemerkungen und Übergriffe, denen sie im Alltag ausgesetzt sind. In wenigen Tagen kam das Hashtag auf über 57.000 Twitter-Nachrichten, das Thema wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen. Initiatorin Anne Wizorek, deutsche Medienberaterin und Bloggerin, macht in ihrem aktuellen Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht“ anhand von sieben Thesen klar, dass Männer und Frauen hierzulande nicht gleichberechtigt sind. Dazu gehören Lohnunterschiede, halbnackte Frauen in der Werbung oder die Tatsache, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor als Sache der Frauen gilt. Facebook-CEO Sheryl Sandberg zitiert in ihrem Buch „Lean In“ zahlreiche Statistiken und Studien, die besagen: Mütter, die wegen eines Kindes ein Jahr zu Hause bleiben, verlieren durchschnittlich 20 Prozent Gehalt. Berufstätige Frauen verbringen zu Hause doppelt so viel Zeit wie ihre Partner mit Hausarbeit und dreimal so viel mit Kinderbetreuung. „Feministinnen sind hässlich, frustriert, haben keinen Sex – das hab‘ ich alles schon zu hören bekommen“, sagt Anne Wizorek. „Aber diese Vorurteile dienen nur dazu, die Argumente der Frauen auszuhebeln.“

Weltweite Missstände Als Andreas Gabalier im Juni letzten Jahres beim Formel 1 Grand Prix in Spielberg die alte Version der Bundeshymne sang („Heimat bist du großer Söhne“), gingen die Wogen hoch. Nach einem Gesetzesbeschluss im Dezember 2011 wurde besagte Zeile in „Heimat großer Töchter, Söhne“ umgeändert. Doch als Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek den Sänger auf seinen Fehler aufmerksam machte, wurde sie in sozialen Netzwerken attackiert. Haben wir keine anderen Probleme?, war der Grundtenor der Kritiker, darunter viele Frauen. Verglichen mit den Lebensbedingungen von Frauen in anderen Ländern ginge es uns doch gut, so die verbreitete Meinung. In vielen Ländern werden Frauen unterdrückt, misshandelt, ermordet. In Indien oder China kommen zahlreiche Mädchen gar nicht erst zur Welt, weil sie für ihre Eltern weniger wert sind als Buben. In Saudiaraben müssen Frauen ihre Ehemänner vor jeder Entscheidung um Erlaubnis fragen. Und in afrikanischen Ländern gibt es auch heute noch die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung, die meist mit unmenschlichen Bedingungen und einem hohen Gesundheitsrisiko für die jungen Mädchen verbunden ist. Zwangsprostitution, Frauenhandel, Ehrenmorde – die Liste der Missstände, die Frauen betreffen, ist lang: Die häufigsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit betreffen Frauen und Mädchen. Dafür Bewusstsein zu schaffen und Veränderungen einzufordern, ist ebenfalls ein Anliegen des Feminismus. Auch wenn vieles davon hierzulande nur Randgruppen betrifft, ist Österreich keine Insel der Seligen: Jede fünfte Frau hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, jede fünfte in einer Beziehung lebende Frau wird von ihrem Ehemann oder Lebensgefährten misshandelt. Bei Maßnahmen wie der Änderung der Bundeshymne geht es also in erster Linie um Sensibilierung für ein Thema, das uns alle betrifft – nicht nur Frauen.

Dieser Text ist in der Maxima ,März 2015, erschienen.

Das Gesetz der Anziehung (Maxima, März 2015)

Kennen Sie das: Sie denken an einen Bekannten und eine Minute später ruft er an. Oder: Eine Freundin lernt immer wieder Männer kennen, die sie auf ähnliche Weise enttäuschen. Michael J. Losier erklärt das in seinem Buch „Das Gesetz der Anziehung“: „Ich ziehe alle Dinge, Menschen und Situationen, ob positiv oder negativ, in mein Leben, denen ich Aufmerksamkeit und Energie schenke.“

Uraltes Wissen Das Gesetz der Anziehung oder Resonanzgesetz bezieht sich auf das Verhältnis zwischen unserer Gedanken- und Gefühlswelt und unseren Lebensbedingungen. Zahlreiche Bücher wurden darüber geschrieben, darunter „The Secret“ von Rhonda Byrne. Doch was die Autorin als „Geheimnis“ bezeichnet, ist ein Wissen, das seit Jahrhunderten besteht; zahlreiche Gelehrte beschäftigten sich damit. So schrieb Goethe: „Über Entschlusskraft und Schöpfung gibt es eine grundlegende Wahrheit… dass in dem Moment, da jemand sich endgültig verpflichtet, dann auch die göttliche Vorsehung Einzug hält.“ Mark Twain stellte fest: „Das, was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal.“ Der Schauspieler Hape Kerkeling beschreibt in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“, wie er sich auf dem Jakobsweg über eine besonders anstrengende Wegstrecke quält und sich auf Anraten einer Wegbegleiterin ein ordentliches Frühstück „bestellt“. Im nächsten Dorf wird ihm tatsächlich ein ausgiebiges Mahl serviert. Für solche scheinbaren Zufälle gibt es eine Erklärung aus der Quantenphysik, die sogenannte String-Theorie: Sie besagt, dass jede Materie sich auf kleinste Teile reduzieren lässt. Daraus wird wiederum gefolgert, dass jede Materie aus reiner Energie besteht – auch unsere Gedanken. „Aus psychologischer Sicht kann man das Gesetz der Anziehung mit dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung erklären”, sagt Psychologe Dr. Lehenbauer-Baum. „Was positiv denkende Menschen von anderen unterscheidet, ist ein lösungsorientierter Umgang mit negativen Situationen.“ Es sei zudem wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen mit einer positiven Grundstimmung sich auch mit Menschen und Dingen umgeben, die ihnen gut tun.

Das Leben selbst in die Hand nehmen Bedeutet das nun, dass wir uns alles, was wir begehren, einfach wünschen können? Ganz so einfach ist es nicht. „Wir haben viele Denk- und Verhaltensmuster von unseren Eltern und anderen Vorbildern übernommen,“, sagt Lehenbauer-Baum. „Es ist nicht möglich, eine Denk- und Sichtweise von heute auf morgen zu ändern, aber in kleinen Schritten ist das durchaus machbar.“ Lehenbauer-Baum empfiehlt, in einem Tagebuch jeden Abend mindestens drei positive Dinge, die im Verlauf des Tages passiert sind, zu notieren. „Nach einigen Wochen verändert sich nachweisbar der Fokus hin zum Positiven.“ Letzendlich läuft alles darauf hinaus, dass wir selbst für unser Schicksal verantwortlich sind. „Niemand ist perfekt, und das ist in Ordnung“, ergänzt der Psychologe. „Aber es liegt ausschließlich an uns selbst, unsere Gegenwart und Zukunft zu gestalten!“ Das bedeutet allerdings auch, dass wir nicht mehr Anderen die Schuld für unsere Probleme geben können, oder unserer Erziehung, sondern unser Leben selbst in die Hand nehmen. Mehr lesen.