Österreich, das Land der Umweltschützer (Format/trend, März 2014)

 Ob erneuerbare Energien, CO2-Reduktion oder Recycling, Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit sind in der Wirtschaft gefragter denn je. Österreichische Unternehmen bestechen mit außergewöhnlichen Ideen.

Klimawandel, Umweltzerstörung und Verknappung der Ressourcen gehören zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Neue Ideen sind gefragt.

Mit gutem Beispiel voran geht das Wiener Neustädter Unternehmen NaKu: der Firmenname steht für Natürlichen Kunststoff. Dafür werden natürliche und nachwachsende Rohstoffe verwendet, aus denen Produkte gefertigt werden, die herkömmlichen Kunststoffen sehr ähnlich sind. Die Kunststoffe werden aus Mais- und Getreidestärke gewonnen und sind biologisch abbaubar; im Vergleich zu herkömmlichem Kunststoff ist der CO2-Ausstoß bei der Verbrennung bzw. Kompostierung minimal. „Unsere ‘NaKu-Ware’ ähnelt den Tupperware-Produkten, ist aber biologisch abbaubar und kostet zudem nur die Hälfte“, erklärt Geschäftsführerin Mag. Ute Zimmermann. Ebenfalls ein Renner: Die Obst- und Gemüsesackerl der Marke NaKu, die bereits in Merkur- und M-Preis-Filialen zum Einsatz kommen. Der Frischhaltebeutel trägt auf zweifache Art und Weise zum Klimaschutz bei: Einerseits durch die Verwendung natürlicher Rohstoffe für die Herstellung und andererseits durch die Vermeidung von Abfall durch die verlängerte Frischhaltedauer der darin gelagerten Lebensmittel. Der natürliche Kunststoff wird in Österreich in Zusammenarbeit mit Behindertenwerkstätten produziert. Dafür wurde NaKu mit dem Klimaschutzpreis 2012 ausgezeichnet und für den ÖGUT Umweltpreis 2013 nominiert.

Platten aus Hanf. Ebenfalls Träger des Klimaschutzpreises ist die Naporo Klima Dämmstoff GmbH, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dämmplatten aus natürlichen Materialien herzustellen.

Die Hanffaser-Platte, eine Dämmplatte aus österreichischem Hanf, kann, genau wie herkömmliche Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) aus Polystyrol im Massivbau verwendet werden. Die Vorteile sind unübersehbar: Hanf wächst sehr schnell, gedeiht auf fast jedem Boden und ist zur Gänze verwertbar. Darüber hinaus trägt die Hanfpflanze wesentlich zur Verbesserung der Bodenqualität bei und kann auch in Wasserschutzgebieten angebaut werden. Dadurch wird mehr CO2 im Material gebunden als durch die Herstellung freigesetzt wird. Zudem kann die Hanffaser-Platte zu neuen Dämmplatten recycelt oder als Rohstoff zur Biogasgewinnung verwertet werden. Ein weiterer Vorteil: Die Platte ist etwa doppelt so schwer wie Polystyrol und speichert dadurch mehr Wärme – und verbessert zudem den Schallschutz der Außenwände.

Unter dem Motto „Hanf dämmt grüner“ wird das Material seit 2013 vom oberösterreichischen Unternehmen Capatect Baustoffindustrie GmbH vertrieben. „Die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen“, zeigt sich Geschäftsführer Robert Schwemmer zufrieden.

Einzelne Bundesländer wie die oberösterreichische Wohnbauförderung unterstützen die Verwendung von ökologischen Dämmstoffen bei Neubau und Sanierung. Mehr lesen.

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Stromfresser entlarven

Vom gesamten Strom, der weltweit erzeugt wird, wird nur ein Drittel genutzt – der Rest verpufft als Wärme. Gerade beim Heizen und der Warmwasserbereitung kann jedoch eine Menge eingespart werden.

Laut einer Umfrage der Stiftung Warentest steht an zweiter Stelle beim Kauf von Elektrogeräten – gleich nach der Ausstattung – der Stromverbrauch. Haushaltgroßgeräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Kühlschrank sind die größten Stromfresser: Ein komplett mit Altgeräten ausgestatteter Haushalt verbraucht doppelt so viel Strom wie einer, der nur auf Spargeräte setzt. Rund 400 Euro ließen sich auf diese Weise in einem 3- bis 4-Personen-Haushalt einsparen.

Vor dem Neukauf von Elektrogeräten zahlt es sich daher aus, sich über deren Energieverbrauch zu informieren: Das EU-Energielabel gibt die jeweilige Energieeffizienzklasse an, die ursprünglichen Klassen A bis G wurden bei einigen Geräten nach oben erweitert – auf A+ bis zu A+++. So reichen bei Waschmaschinen und Geschirrspülgeräten sowie Kühl- und Gefriergeräten die Klassen von A+++ bis D, bei TV-Geräten von A+ bis G. Ein „A++“-Kühl- oder Gefriergerät benötigt etwa 40 Prozent weniger Energie als ein in Größe und Ausstattung vergleichbares Gerät der Klasse A.

Haushaltsgeräte unter der Effizienzklasse B werden heute praktisch nicht mehr angeboten, für Kühlgeräte gilt als Mindestanforderung Klasse A+. Da die Skala jedoch bis D reicht, sollte man nicht nur auf die Klasse achten, sondern auch den Jahresenergieverbrauch in kWh vergleichen, der ebenfalls auf dem Label angegeben sein muss. Um den genauen Verbrauch festzustellen, gibt es Energie- und Leistungsmessgeräte für den Haushaltsgebrauch, die zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt werden und den jeweiligen Verbrauch anzeigen.

Laut EU-Gesetz müssen ab September 2015 auch Geräte wie Warmwasserbereiter, Warmwasserspeicher und Solareinrichtungen mit Energieeffizienz-Etiketten versehen werden. AEG Haustechnik hat als Vorreiter schon jetzt seine Geräte entsprechend versehen.

Die Warmwasserbereitung ist nach der Heizung der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt, Wärmepumpen helfen hier beim Strom sparen: Sie entnehmen Wärmeenergie aus ihrer Umgebung und nutzen sie zur Beheizung von Wohnungen oder Häusern. Auch Warmwasser-Wärmepumpen gewinnen einen Großteil der benötigten Wärme direkt aus der Umgebungsluft. Sie sind dabei in sich geschlossen und es werden keine zusätzlichen Geräte benötigt. In der Regel kann man mit einer kWh Strom drei bis vier kWh Wärmeenergie nutzen. Wärmepumpen benötigen ein wassergeführtes Wärmeabgabesystem mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur und sind deshalb vor allem für Niedrigenergie- und Passivhäuser mit Fußboden- und/oder Wandheizung geeignet. Wenn die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage kombiniert wird, können die Stromkosten für die Warmwasserbereitung um bis zu 80 % reduziert werden.

Mit freundlicher Unterstützung von AEG Haustechnik/Bildquelle: AEG Haustechnik

 


Gutes Gewissen auf Achse (Format, 8/2014)

Umweltfreundliches Autofahren, frei von Emissionen und Schadstoffen – diesen Traum sollen Elektrofahrzeuge realisieren. Doch wie grün sind E-Autos wirklich?

Autofahren mit Strom statt Benzin – eine nette Vorstellung, deren Umsetzung in die Realität bisher einen Haken hatte: Die Auswahl an entsprechenden Automodellen war überschaubar. Doch nun kommt Bewegung in die Produktion von Elektroautos. Auf der Auto-Umweltliste des Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Autos nach ihrer Umweltfreundlichkeit reiht, steht der BMWi3 (35.700 Euro) bei den Elektroautos an erster Stelle, gefolgt vom Citroen C-Zero Airdream (29.390,-). Batterieelektrische Autos, die Energie ausschließlich aus der Steckdose beziehen, haben jedoch noch den Nimbus des weltfremden Luxusfahrzeuges: Viele potentielle Käufer lassen sich von hohen Preisen und geringer Reichweite abschrecken. „Es gibt zwar E-Autos, die eine Reichweite von bis zu 200 km haben, aber im Winter kann sich diese um die Hälfte verringern“, erklärt Thomas Stix, Experte des ÖAMTC.

Range Extender (Reichweiten-Verlängerer) dagegen werden über einen Elektromotor angetrieben; ist die Batterie leer, schaltet sich der Verbrennungsmotor dazu und lädt die Batterie. Beim Plug-In-Hybrid wird der Elektromotor über die Steckdose geladen und reicht für etwa 20 km, danach schaltet sich der Verbrennungsmotor zu. Laut einer Studie von KPMG, der Global Automotive Executive Survey, gehört die Zukunft diesen Plug-in-Hybridfahrzeugen. Sie haben in Europa, Japan und den USA die größte Nachfrage.

Auf der Liste der umweltfreundlichsten Autos werden die E-Autos separat geführt“, erklärt Anja Smetanin, Pressesprecherin des VCD. „Es gibt noch zu wenige Fahrzeuge und die Datenlage ist zu dünn, um E-Autos mit in die Gesamtliste aufzunehmen.“

Der Kritik der geringen Reichweite von reinen E-Autos setzt Christian Gratzer, Pressesprecher des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), entgegen: „Eine Untersuchung in Ostösterreich zeigte, dass 95 Prozent der mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer als 50 Kilometer sind.“ Die Hersteller arbeiten daran, die Energiedichte in den Fahrzeug-Akkus zu verbessern und die Kosten von Elektrofahrzeugen den von herkömmlichen Pkw anzugleichen. Schon jetzt gibt es Fahrzeuge wie den VW e-UP, der laut Hersteller eine Reichweite von 160 km vorweisen kann; der Nissan Leaf, derzeit meistverkauftes Elektroauto der Welt, schafft 199 km – und ist mit einem Preis von 29.290 Euro leistbar. Wer es luxuriöser mag, ist mit dem Model S von Tesla gut bedient: Die Elektrolimousine mit einer Reichweite von 390 km ist seit drei Monaten das meist verkaufte Auto in Norwegen, die Auftragslage übersteigt weltweit die Produktion für die nächsten sechs Monate. Kostenpunkt: 68.000,-.

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Kaufen war gestern (Konsument März 2014)

Von Tauschkreisen bis zu Onlineplattformen bietet die sogenannte Sharing Economy zahlreiche Alternativen zum traditionellen Kaufverhalten.

Tausche Fernseher gegen Massage: Im Talente Tauschkreis wechseln nicht nur Waren aller Art den Besitzer, sondern auch Dienstleistungen. „Viele Menschen besitzen bestimmte Fähigkeiten, von denen sie gar nichts wissen“, erklärt Daniela Hödl, beim Wiener Talente Tauschkreis zuständig für die Mitgliederbetreuung. „Bei uns geht es auch darum, zu entdecken, was alles möglich ist!“ Da kann es passieren, dass jemand plötzlich sein Talent zum fotografieren entdeckt und gegen „Stunden“ eintauscht, der Währungseinheit des Tauschkreises. „Wir haben ein eigenes Buchungssystem, das wie eine Online-Bank funktioniert. Fast wie richtiges Geld, aber ohne Zinsen.“ Im Buchungssystem können auch Inserate geschaltet werden, für weniger Internet-affine Mitglieder gibt es eine Marktzeitung. „Ich biete etwa regelmäßig Gartenarbeit an und habe dafür zuletzt einen Pürrierstab erworben“, erzählt die 30 jährige. Beim Tauschkreis geht es demnach nicht um Profit, sondern um ein Miteinander. „Dinge werden nicht weggeworfen, sondern Leuten zur Verfügung gestellt, die es brauchen können“, so Hödl. „Ich selbst habe mir seit über sieben Jahre kein Kleidungsstück mehr gekauft.“ Der Tauschkreis unterstützt auch soziale Kontakte: Bei monatlichen Treffen können die Mitglieder einander persönlich kennen lernen. Und nicht nur in Wien wird getauscht: Der Tauschkreis-Verbund ist ein Zusammenschluss von mehreren Tauschkreisen im deutschsprachigen Raum.

Schonung von Ressourcen Mit dem Konzept des Tauschens und Teilens liegt der Talente Tauschkreis voll im Trend: Sharing Economy, Ko-Konsum oder Collaborative Consumption – viele Bezeichnungen stehen für dieselbe Idee, Dinge gemeinsam zu nutzen statt zu besitzen. Die Idee ist nicht ganz neu: Büchereien, Wohngemeinschaften oder Waschsalons gab es auch schon in früheren Zeiten, bereits in den 1970er Jahren lautete das Motto der Ökologiebewegung „Nutzen statt Besitzen“. Heute haben Sharing-Modelle dank Internet und sozialer Netzwerke eine neue Dimension erreicht. „Neu ist dabei, dass die Kosten der Koordination solcher Transaktionen durch die Digitalisierung enorm gesenkt werden“, erklärt Niko Paech, deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Einen Nachteil sieht Paech darin, dass Sharing-Modelle das Gegenteil des erwünschten Effekts hervorrufen können: „Car-Sharing etwa kann dazu führen, dass Menschen Auto fahren, die es nicht täten, wenn sie sich einen eigenen PKW kaufen müssten – mit negativen Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß.“ Mehr lesen

Lichtblicke für Afrika

Stundenlange Fahrten durch die trockene Savanne, terracotta-farbene Landschaft mit grünen Tupfern. Lachende und staunende Kindergesichter, wo immer wir hinkommen. Würde und Stolz inmitten einfachster Verhältnisse.
Die Pressereise von Licht für die Welt nach Burkina Faso, Westafrika, katapultierte mich innerhalb weniger Stunden Flugreise in eine andere Welt. Ich wusste, dass Burkina Faso eines der ärmsten Länder der Welt ist, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und nur 29% der Menschen lesen und schreiben können. Nicht vorbereitet war ich darauf, Kindern in die Augen zu sehen, die sich in der Schule vor Hunger kaum konzentrieren können.

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Und doch gehen Kinder hier gerne zur Schule, denn Schulbildung ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit – gerade für Menschen mit Behinderung. Hier kommt Licht für die Welt ins Spiel: der Verein setzt sich seit 25 Jahren für die Chancen und Rechte behinderter Menschen in benachteiligten Regionen unserer Erde ein. 80% aller Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern: Sie haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder Arbeit und sind Diskriminierungen ausgesetzt. In Burkina Faso sind ca. 14% der Menschen betroffen; rund die Hälfte der Behinderungen wäre vermeidbar oder könnte behandelt werden.

Das Community Based Rehabilitation Center (CBR) in Garango ist eines von acht Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen in Burkina Faso, die von Licht für die Welt ermöglicht werden. Hier klären Gesundheitshelfer Familien und die Dorfgemeinschaft über die tatsächlichen Ursachen von Behinderungen auf und bieten Unterstützung an. Hier lernen wir die fünfjährige Barri kennen, die gerade mit einem Rollwagen gehen übt – bevor sie hierher kam, verbrachte sie ihre Zeit liegend. In regelmäßigen Therapiestunden werden Kinder wie Barri auf ein selbständiges Leben und einen Schulbesuch vorbereitet. Auch Augenoperationen werden im Center durchgeführt: jeden Montag behandelt Schwester Therese bis zu 150 Patienten, die am Grauen Star erkrankt sind.
IMG_7493Der Hintergrund: 85 % aller blinden Menschen weltweit leben in Armutsgebieten, knapp die Hälfte wäre durch eine Operation am Grauen Star heilbar. Licht für die Welt bietet Augenlicht-Patenschaftenfür Menschen an, die helfen möchten.

Wir besuchen die Familie des fünfjährigen Emanuel, der irgendwo im Busch geboren wurde und dort von seiner Mutter – die unverheiratet war – zurück gelassen wurde. Das Baby wurde erst nach 24 Stunden gefunden und war von Geburt an komplett gelähmt. Doch Emanuel hatte Glück im Unglück: Noelie, die selbst keine Kinder bekommen konnte, nahm sich des Kindes an. Und Helène, eine Sozialarbeiterin des nahen Centers, brachte der Frau bei, Emanuel mithilfe von Übungen zu fördern. Heute kann Emanuel die Hand heben und hat sich zum Ziel gesetzt, eines Tages stehen zu können.

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Mit jedem Besuch, jedem Erlebnisbericht wächst meine Hochachtung vor den Menschen, die in diesem Land oft unter widrigsten Umständen leben und uns dennoch stets mit einem Lächeln auf den Lippen empfangen. Ich bin dankbar für die Arbeit von Organisationen wie Licht für die Welt, die sich unermüdlich dafür einsetzen, das Leben dieser Menschen zu verbessern.
Und das Land zieht mich zusehends in seinen Bann, auch wenn die afrikanische Savanne uns bei gleißender Hitze und staubiger Luft einiges abverlangt. Es herrscht Trockenzeit, und der Staub drinIMG_7391gt bis in die kleinsten Ritzen, macht den Mund trocken und verstopft unsere Nasen.

Besonderen Eindruck hinterlässt eine Schule in der Hauptstadt Ouagadougou: in der École des Jeunes Aveugles, Schule für blinde Jugendliche (EJA) werden 157 blinde und sehbehinderte Schüler auf den Besuch von weiterführenden Schulen vorbereitet: Sie lernen die Braille-Schrift und werden medizinisch versorgt. Die meisten der Kinder kommen von weit her und sind in Gastfamilien untergebracht, die von Sozialarbeitern unterstützt werden. Auch Erwachsene, die ihr Augenlicht verloren haben, werden an der EJA psychologisch beraten und in der Braille-Schrift unterrichtet. Die Schule wird von Licht für die Welt finanziell unterstützt.

Das Ziel von Licht für die Welt ist, nachhaltig wirksame Strukturen aufzubauen. In den Programmländern arbeitet der Verein eng mit lokalen Partnern, Fachorganisationen, Experten und offiziellen Stellen zusammen. De Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung lokaler Fachkräfte – nur so kann eine dauerhafte medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden. Mit einer Kinderpatenschaft können behinderte Kinder unterstützt werden.

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Sinnvoll sammeln (Konsument, Februar 2014)

Unmengen an Altkleidern werden jährlich entsorgt, zum Großteil in Sammelboxen an Österreichs Straßenecken. Doch was passiert mit den Kleidern aus den Containern?

Über die Gesamtmenge an alten Kleidern, die jährlich in Österreich anfällt, kann man nur spekulieren, Schätzungen gehen von 80.000 Tonnen pro Jahr aus. Ein großer Teil der Kleidung wird in Containern entsorgt, rund 2000 Sammelboxen stehen allein an Wiens Straßenecken zur Verfügung. Rotes Kreuz, Caritas, Humana – das sind nur einige Namen, die die Container zieren. Hinter diesen Namen stehen gemeinnützige Organisationen, die die Kleider an bedürftige Menschen weitergeben oder für sinnvolle Zwecke verkaufen. Der Konsument hat die einzelnen Organisationen dazu befragt:

Caritas: In allen Bundesländern außer Kärnten gibt es die Carla Kleiderausgabe und Shops, wo die in den Caritas-Containern gesammelte Kleidung weiterverkauft oder an Bedürftige gratis ausgegeben wird. Ein besonderes Konzept verfolgt die Caritas Vorarlberg. „Bei uns gibt es keine klassische Gratisausgabe, sondern wir vergeben kostenlose Gutscheine an bedürftige Menschen, mit denen sie Kleidung abholen können. Damit vermeiden wir die Stigmatisierung dieser Menschen, sie reihen sich unter die einkaufenden Kunden ein“, erklärt Karoline Mätzler von der Carla Vorarlberg. „Die Kleiderausgabe an Bedürftige ist immer mit einer Sozialberatung verbunden“, ergänzt Mätzler. „Es geht uns nicht um Almosen, sondern darum, gemeinsam mit den Betroffenen herauszufinden, weshalb sie überhaupt in Not geraten sind.“

Einen Teil der Ware übernimmt der Rohstoff-Recycling-Betrieb Öpula, der sie an Sortierwerke verkauft. Kurt Wilheim, Geschäftsführer von Öpula: „Wir arbeiten mit einem Betrieb zusammen, der die Ware sortiert und rund 50 % davon an afrikanische Länder weiterverkauft.“ Das Geld, das die Caritas von der Firma Öpula erhält, fließt wiederum in Hilfsprojekte oder die Gratis-Kleiderausgabe. „Von der gesammelten, tragbaren Kleidung können wir nur ein Prozent selbst verwerten, weil die Menge einfach zu groß ist“, so Mätzler. „Das Überangebot spiegelt sehr gut unser Konsumverhalten wider: die Menge der Kleidungsstücke hat massiv zugenommen, während die Qualität stetig abnimmt.“ 35% der Altkleidung gehen ins Recycling, in die Rohstoffindustrie, wo sie für Dachpappe oder Autoinnenverkleidung zum Einsatz kommt. Rund 10% der Ware ist Textilmüll, etwa 5-10% Restmüll.

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“Wir zeichnen ein falsches Bild von dieser Welt”

Mord und Totschlag, Kriege, Katastrophen: wenn man den Medien glaubt, liegt die Menschheit und der Planet in den letzten Zügen. „Only bad news is good news“ lautet einer der Leitsätze des Journalismus – warum eigentlich? „Nie hatten die Leute so viel Angst wie heute“, sagt Ulrik Haagerup, Infochef des dänischen Rundfunks, bei seinem Vortrag im fjum. Der Grund: allzuviele Menschen lassen sich vom Bild des Schreckens, das die Medien gerne zeichnen, beeinflussen. Als Beispiel nennt Haagerup die Berichterstattung über afrikanische Länder: Hunger, Kriege, Naturkatastrophen prägen hier das Bild. Dabei gibt es in einigen afrikanischen Staaten ein beachtliches Wirtschaftswachstum, der Mittelstand wächst.

Die Alternative lautet: „Konstruktiver Journalismus“. Das bedeutet nicht das Ende von investigativem und kritischem Journalismus, sondern lediglich eine Ergänzung der berichtenswerten Kriterien und eine neue Sichtweise.”Wir zeichnen ein falsches Bild von dieser Welt”, ist Haagerup überzeugt.

Dass Medienkonsumenten sich nach mehr positiven Geschichten sehnen, beweist die “Good News“- Rubrik der “Huffington Post“, zweitgrößte Newsplattform der Welt: Die Beiträge dort werden am häufigsten über soziale Netze weiterverbreitet. “Positiv” bedeutet im konstruktiven Journalismus nicht unkritisch und oberflächlich, sondern lösungsorientiert und inspirierend.

Genau in diese Richtung geht auch meine Arbeit: es ist mir wichtig, nicht nur Missstände aufzuzeigen, sondern auch über Positivbeispiele zu berichten. Wie in meinem Buch „Nachhaltig Leben“ oder in zahlreichen Artikeln für den Konsument oder die Wienerin.