Hervorgehobener Beitrag

Das Buch ist da!

Mein Ratgeber “Nachhaltig Leben” mit vielen wertvollen Tipps rund um verantwortungsvollen Konsum und Lebensstil ist nun erhältlich, zu bestellen über den Verein für Konsumenteninformtion/Konsument.

Nachhaltig_leben_COVER_1000pxUmfragen besagen, dass über die Hälfte der Verbraucher an nachhaltigem Konsum interessiert sind, also an einem Konsum, der die Umwelt schützt und für faire Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern steht. Nur zehn Prozent der Befragten setzen dieses Anliegen allerdings in die Praxis um. Dass die Macht der Konsumenten größer ist als viele glauben, ist unter Wirtschaftsethikern bereits bewiesen. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Konsumenten durch gezielten Kauf bzw. Boykott Einfluss auf Produkte am Markt nehmen können: eines der bekanntesten ist der Shell-Boykott von 1995, bei dem unzählige Käufer auf die von Shell angekündigte Entsorgung des schwimmenden Öltanks Brent Spar reagierten. Shell musste schließlich einlenken.

Je mehr Menschen nachhaltige Produkte kaufen, desto mehr Anbieter werden von konventioneller Produktion auf nachhaltige umsteigen. Fairtrade- oder Bio-Produkte mögen in manchen Fällen teurer sein als herkömmliche, doch das können Konsumenten durch einen bewussten Lebensstil in anderen Bereichen ausgleichen.  Jeder von uns kann etwa durch (teilweisen) Verzicht auf das Auto oder mit dem Konzept „Nutzen statt Besitzen“ einen Beitrag für die Umwelt und für faire Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern leisten. Wer mehr tun möchte, hat ebenfalls vielfältige Möglichkeiten: Proteste gegen ausbeuterische Unternehmen, Unterstützung von NGOs, Teilnahme an Petitionen oder Vernetzung von Gleichgesinnten über soziale Netzwerke sind nur einige Beispiele.

Eine Leseprobe aus “Nachhaltig Leben” gibt es hier.

Markenzeichen: gutes Gewissen (Format, 27. Juni 2014)

Umweltschutz und gerechte Löhne sind die Ziele von Fairtrade. In der Lieferkette der Kleider- und Lebensmittelproduktion sollen bessere Bedingungen erreicht werden.

Das Dorf Kumkal im ostindischen Bundesstaat Odisha: die Baumwollfarmer der Region haben sich auf einem großen Teppich versammelt, um über ihre Erfahrungen zu erzählen. „Als wir unsere Baumwolle noch mit Pestiziden spritzten, sind meine Ziegen daran gestorben“, berichtet der Farmer Radha Kanthsahu aus der Kalahandi-Region. Heute ist die Baumwoll-Genossenschaft Chetna Organic Fairtrade-zertifziert. Das bedeutet: höhere Preise für die Bauern, Verbot von genmanipuliertem Saatgut und die Umstellung von herkömmlichem Anbau auf Bio-Landwirtschaft. Der konventionelle Anbau von Baumwolle benötigt mehr Pestizide als jede andere Pflanze der Welt: 10 Prozent der weltweit eingesetzten Pestizide werden beim Baumwollanbau eingesetzt. 50 Prozent aller Pestizide in Indien werden auf den Baumwollfeldern benötigt, obwohl diese nur 5 Prozent der gesamten Agrarflächen ausmachen.

Großkonzerne profitieren Diesen Umstand machen sich Großunternehmen zunutze, den Farmern die Chemikalien teuer zu verkaufen. 25 Prozent ihres Gewinnes müssen die Bauern zusätzlich in gentechnisch verändertes Saatgut investieren, von dem sie sich höhere Gewinne und kurzfristige Resistenz gegen Schädlinge versprechen – ein Markt, den der US-Riese Monsanto kontrolliert. Fallen die Weltpreise für Baumwolle in den Keller oder ist die Ernte schlecht, können die Bauern nicht mehr in die nächste Aufzucht investieren. Die Folge: seit 1996 nahmen sich über 260.000 indische Farmer das Leben, um der Schuldenfalle zu entkommen.

Hier setzt Fairtrade mit seinem Mindestpreis an: Wenn der Weltmarktpreis über diesen Mindestpreis steigt, erhalten die Kooperativen den höheren Marktpreis. Liegt der Weltmarktpreis unter dem Fairtrade-Mindestpreis, muss dieser trotzdem vom Händler an die Produzentengruppe ausbezahlt werden. Zudem erhalten die Genossenschaften eine Fairtrade-Prämie für soziale Projekte oder Bildung, derzeit in der Höhe von 5 Euro-Cent pro Kilo. Die Farmer der Kalahandi-Region finanzierten mit dieser Prämie eine Linsen- und Reismühle sowie Baumschulen. Kalahandi ist eine von vielen Regionen Indiens, die vom Baumwollanbau leben, Indien ist nach China der größte Baumwollproduzent und liegt beim Anbau von Bio-Baumwolle an erster Stelle. Der organische Baumwollanbau verbietet die Verwendung von giftigen Chemikalien sowie den Einsatz von genetisch verändertem Saatgut. Er erfolgt ohne künstliche Bewässerung, also nur mit verbesserten Methoden der Regenwassernutzung. Die Vorteile: eine gesunde Umwelt und biologische Diversität, die eine längere Fruchtbarkeit des Bodens garantiert, sowie gesündere Arbeitsbedingungen für Pflückerinnen und Bauern.

Hier gibt’s den ganzen Artikel.

Kämpfen statt Jammern

Der 18. Juni 2014 war für uns freie Journalisten ein denkwürdiges Datum: an diesem Tag gründeten wir die Freischreiber Österreich zur Förderung des freien Journalismus. Unser Vorbild: die deutschen Freischreiber, die sich seit fünf Jahren mit Ausdauer und Humor für bessere Arbeitsbedingungen im freien Journalismus einsetzen. Denn vor allem bei den Tages- und Wochenzeitungen, gerade also bei den sogenannten Qualitätsmedien, sind die Honorare für Freie so niedrig, dass es schwer fällt, davon zu leben. Viele freie Journalisten greifen deshalb auf andere Einkommensquellen wie PR zurück; mein Zugang ist es, für Magazine zu schreiben, die angemessene Honorare bieten. Die freie Journalistin Sibylle Hamann sagte in ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Kurt Vorhofer-Preises: “Wenn wir mutigen, unabhängigen Journalismus wollen, müssen wir Journalisten erlauben, auch unabhängig und angstfrei zu leben.“ Und stellte die provokante Frage: “Schaffen wir den Berufsstand Journalismus gerade ab?”

Für den Artikel „Kämpfen statt Jammern“, erschienen im Falter, wurden meine Kollegin Sonja Fercher und ich interviewt; andere Medien haben sich ebenfalls des Themas angenommen. Das ist gut und wichtig, doch verwehre ich mich dagegen, als Opfer dargestellt zu werden! Es liegt auch und vor allem an uns, etwas zu ändern: je mehr Freie sich weigern, für die angebotenen Honorare zu arbeiten, desto eher werden die Medienhäuser einlenken. Und wenn es jungen Journalisten nicht anders möglich ist, als für Tageszeitungen zu schreiben, sollten sie zumindest das Thema Geld bei ihren Auftraggebern ansprechen. Das verlangt natürlich eine gewisse Portion Mut, und auch um diese jungen Leute zu unterstützen, haben wir die Freischreiber ins Leben gerufen.

Ein Punkt erscheint mir noch wesentlich: der Journalismus ist ein vorwiegend weiblicher Berufsstand und gerade unter den Freien gibt es mehr Frauen als Männer. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Frauen (von Ausnahmen abgesehen) sich schneller mit niedrigen Honoraren zufrieden geben als ihre männlichen Kollegen. Es wäre also an der Zeit, sich mit dieser Tatsache auseinander zu setzen und deren Ursachen zu erforschen. Sich Fragen zu stellen wie: Wieviel bin ich mir selbst wert? Wieviel brauche ich, um gut leben zu können? Und sich dann dafür einzusetzen, das Erstrebte zu erreichen – mithilfe von Mitstreiterinnen wie den Freischreibern.

 

Fußballproduktion: Arbeitsbedingungen (Konsument, Juni 2014)

Am 12. Juni ist es wieder so weit: in Sao Paulo, Brasilien, wird die Fußball-WM eröffnet. Im Focus kritischer Beobachter steht dabei ein kleines, rundes Leder: der Brazuca, offizieller Spielball der Weltmeisterschaft.

Kinderarbeit, miserable Löhne, Ausbeutung von Arbeitern: bereits vor der letzen Fußball-WM in Südafrika gab es Kritik an den Produktionsbedingungen von Fußbällen, vor allem die Kinderarbeit in Pakistan stand dabei im Zentrum von Kritikern. Dass Fußbälle von Kinderhänden unter katastrophalen Bedingungen zusammengenäht wurden, hat dem Image der Markenhersteller Adidas, Nike und Puma großen Schaden zugefügt. Alle Großproduzenten, die in Pakistan arbeiten lassen, schlossen sich daher der Initiative der IMAC (Independent Monitoring Association for Child Labour – Unabhängiger Verband zur Überprüfung von Kinderarbeit) an, die seit 1997 unangemeldete Kontrollen durchführt.

Handgenähte Fußbälle aus Pakistan In der Industriestadt Sialkot, wo die meisten Fußbälle der Welt zusammengenäht werden, wurden Nähzentren gegründet, um die Kontrolle der Betriebe zu erleichtern. Die Bemühungen führten schließlich dazu, dass Kinderarbeit aus der Fußballindustrie Pakistans (anders als der anderer Länder) weitgehend verbannt wurde. Leider bedeutet das aber nicht, dass es den Kindern von Sialkot heute besser geht: da die Einkommen der Erwachsenen (etwa 40 Euro pro Monat) nicht ausreichen, um eine ganze Familie zu ernähren, sind die Familien auf die Arbeit der Kinder angewiesen. Diese sind nun in den Werkhallen der Auto- oder der Metallindustrie zu finden, wo es keine Kontrollen gibt. Immer noch bekommt ein (erwachsener) Näher pro Ball, für den er rund 1440 Nadelstiche durchführen muss und rund drei Stunden benötigt, nur 60 Cent bezahlt. Die Bälle werden in Europa um bis zu 100 Euro verkauft.

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Ein paar Medienformate gefallen mir… sie informieren lösungsorientiert. Und das immer öfter.

Susanne Wolf:

“Deutschsprachige Medien bedienen immer öfter das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit im Sinn eines konstruktiven, lösungsorientierten journalistischen Stils.” Meine Kollegin Angelika Wohofsky spricht etwas aus, das mir schon lange ein Anliegen ist. Danke, Angelika!

Ursprünglich veröffentlicht auf WOHOFSKY:

“Ich kann das Wort Nachhaltigkeit nicht mehr hören.” – So ungefähr schreibt die Wiener Journalistin Elisabeth Zacharia in ihrem Buch über die dunkle Seite des Konsums.

Auch ich kann das Wort “Nachhaltigkeit” immer weniger hören. Es wurde einfach viel zu viel darüber geschrieben, diskutiert und empört. Wo bleiben die Handlungen? Wo bleibt das Konkrete?

Was ich aber mag ist, deutschsprachige Medien bedienen immer öfter das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit im Sinn eines konstruktiven, lösungsorientierten journalistischen Stils.

Ja, wir wissen, wir haben ein Problem. Ja, wir wissen auch, dass bei gleichbleibenden Fangquoten und Praktiken der Fischerei in vierzig Jahren das Leben in den Ozeanen und Meeren verschwunden sein wird. Und, ja wir wissen, wir haben ein Verschmutzungsproblem: Permanentsmog in Großstädten, verseuchte Böden, giftiges Wasser, mit Schadstoffen belastete Lebensmittel, Artensterben, zunehmende soziale Spannungen und das Auseinanderfallen von sozialen Gefügen infolge Verarmung und Perspektivenlosigkeit.

Es ist höchste Zeit, sich journalistisch den aktuell möglichen…

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Nutzen statt Besitzen (Lebensart, Juni 2014)

Nicht alles, was wir brauchen, müssen wir unser Eigen nennen. Zahlreiche Initiativen bieten Produkte und Dienstleistungen zur gemeinsamen Nutzung an.

Das Konzept der gemeinschaftlichen Nutzung ist nicht ganz neu: Büchereien, Wohngemeinschaften oder Waschsalons hat es auch in früheren Zeiten gegeben. Die Idee dahinter: Ressourcen gemeinsam zu nutzen, um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Heute bezeichnet das Time Magazin die sogenannte „Collaborative Consumption“ als eine von zehn Ideen, die die Welt verändern werden – als Maßnahme, um Ressourcen und Umwelt zu schonen. Das reicht von Tauschbörsen über Sharing Modelle bis hin zum Motto “Leihen statt Kaufen”.

Unterwegs Eine der beliebtesten Formen der gemeinsamen Nutzung ist das Carsharing: gerade in Städten und Gegenden mit gut ausgebautem öffentlichen Verkehrsnetz ist ein eigenes Auto oft nicht notwendig. Wenn doch einmal ein Fahrzeug benötigt wird – etwa für längere Fahrten oder Transporte – ist das Ausleihen schnell erledigt. “In der Garage unseres Nachbarhauses befindet sich eine Station von Denzel Drive“, erzählt der Wiener Walter Mitter. „Wenn ich ein Auto brauche, melde ich mich kurz vorher an und hole es ab – praktischer geht es nicht!“ Relativ neu ist das „Mitbahnen“: hier können Mitreisende für Bahnfahrten gesucht werden, um die Tarife von Gruppentickets zu teilen. Überhaupt ist das Internet wie geschaffen für Angebote dieser Art – Das Portal leihdirwas.de setzt auf ein Bewertungssystem, wie man es auch von Ebay kennt: Nutzer bewerten andere Nutzer. Viele Mitglieder schließen sich zu Interessengruppen zusammen und teilen sich etwa Brettspiele, Schmuck oder Bücher. Auch teilbar.at oder frents.com bieten Menschen, die lieber leihen statt zu kaufen, eine Plattform. Markus Heingärtner hatte bereits Ende 2011 die Idee, eine Website zu gründen, auf der Gegenstände, die kaum benutzt werden, an andere vermietet werden können: Seit Dezember 2012 ist UseTwice online.

Waschmaschine zum Mieten Immer mehr Unternehmen bieten auch Haushaltsgeräte oder elektronische Geräte zum Verleih an. Der Gedanke dahinter: Um ein Loch in die Wand zu bohren, brauche ich einen Bohrer – aber muss ich deshalb gleich einen kaufen? Große Baumärkte wie Baumax, Lagerhaus oder Hornbach betreiben einen hauseigenen Geräteverleih: Gerade bei Werkzeugen wie Bohrmaschinen, Fliesenschneider oder großen Gartengeräten zahlt sich eine eigene Anschaffung nicht immer aus. Auch Computer werden zum Verleih angeboten, etwa bei erento.at. Und sogar Kinderwagen wechseln bei Kinderwagen Cindy den Besitzer.

Sepp Eisenriegler, Geschäftsführer des Reparatur- und Servicezentrum (R.U.S.Z.), hat ein Waschmaschinen-Leasing entwickelt. „Wir werden ab August eine Waschmaschine mit dem neu entwickelten Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundliche E-Geräte (ONR 192102) zum Leasing anbieten“, erklärt Eisenriegler. „Bei Zustellung sind 200 Euro zu bezahlen, danach 20 Euro pro Monat. Sollte eine Störung auftreten, sind wir verpflichtet, diese innerhalb dreier Werktage zu beheben, oder das Gerät gegen ein gleichwertiges zu tauschen.“ Auch das Kärntner Unternehmen More Maschinen bietet einen Verleih von Waschmaschinen, Geschirrspülern oder Gartengeräten an.

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Wie sozial ist Social Media?

Ich gebe es zu: ich bin ein Fan von Facebook. Dieser virtuellen Bassena, in der Menschen sich austauschen können, ohne einander zu nahe zu kommen. Wo Befindlichkeiten und Belanglosigkeiten auf dem Fließband daher kommen, aber mitunter auch hochpolitische Angelegenheiten. Ich habe hier schon viele wertvolle Kontakte geknüpft und unter anderen meine gesamte Gastfamilie aus den USA wieder gefunden, bei der ich vor mittlerweile 30 Jahren ein Schuljahr verbrachte.

Was mir an an sozialen Medien besonders sinnvoll erscheint: politische Inhalte innerhalb kürzester Zeit weltweit zu verbreiten. Diesen Umstand nutze ich gerne, um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen oder Petitionen zu den verschiedensten Anliegen unter die Leute zu bringen – ob es nun um Menschenrechte oder Umweltthemen geht. Was ich jedoch in den letzen Jahren gelernt habe: zu viel Weltverbesserungsstreben kommt nicht gut an. Wenn ich etwas Persönliches oder ein Katzenfoto poste, bekomme ich mehr likes als wenn ich ein Nachhaltigkeitsthema aufgreife. Da mir diese Themen, auch in meiner Arbeit, aber ein großes Anliegen sind, werde ich sie auch weiterhin verbreiten – wenn auch in kleineren Dosen – und mich dabei auf positive Nachrichten und Lösungsvorschläge konzentrieren!

Die relative Anonymität des Internet hat jedoch nicht nur Vorteile: es ist oft allzu leicht, Dinge zu schreiben, die man im persönlichen Gespräch so nie sagen würde. Unbedacht wird dann polemisiert und kritisiert, was das Zeug hält. Das wird bei Diskussionen deutlich, die an der Gürtellinie haarscharf vorbeischrammen oder voll von Sarkasmus sind. Vor allem aber bei den sogenannten Shitstorms: was da an Aggression und Häme zutage tritt, ist erschreckend und lässt eine latente Unzufriedenheit bei den Urhebern vermuten. Diese Erfahrung musste auch Conchita Wurst machen, die nach Bekanntgabe Ihrer Teilnahme am Eurovisions Songcontest übelste Beschimpfungen auf ihrer facebook-Seite vorfand. Ihr Kommentar dazu lautete: „Mir ist unverständlich, wie sehr Menschen sich mit Dingen beschäftigen, die sie nicht leiden können.“ Der Journalist Michael Hufnagl schrieb nach dem Shitstorm gegen die Ö3-Moderatorin Elke Lichtenegger: „Dieses enorme destruktive Potenzial, das die (sozialen) Medien besitzen, macht mir Angst. Diese Erkenntnis, dass es offenbar keine Nuancen des Zorns mehr gibt.“ Die Energie, die in das Niedermachen von Menschen gesteckt wird, die einen Fehler gemacht haben oder einfach nur anders sind, zeigt auch: es ist einfacher, sich über Andere auszulassen, als bei sich selbst etwas zu ändern. Oder sich zu überlegen, was man zu Verbesserungen beitragen könnte. Ein Minimum an Respekt und Toleranz wäre, ebenso wie im echten Leben, jedenfalls wünschenswert.

Nachhaltig Leben” auf facebook

Österreich, das Land der Umweltschützer (Format/trend, März 2014)

Ob erneuerbare Energien, CO2-Reduktion oder Recycling, Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit sind in der Wirtschaft gefragter denn je. Österreichische Unternehmen bestechen mit außergewöhnlichen Ideen.

Klimawandel, Umweltzerstörung und Verknappung der Ressourcen gehören zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Neue Ideen sind gefragt. Mit gutem Beispiel voran geht das Wiener Neustädter Unternehmen NaKu: der Firmenname steht für Natürlichen Kunststoff. Dafür werden natürliche und nachwachsende Rohstoffe verwendet, aus denen Produkte gefertigt werden, die herkömmlichen Kunststoffen sehr ähnlich sind. Die Kunststoffe werden aus Mais- und Getreidestärke gewonnen und sind biologisch abbaubar; im Vergleich zu herkömmlichem Kunststoff ist der CO2-Ausstoß bei der Verbrennung bzw. Kompostierung minimal. „Unsere ‘NaKu-Ware’ ähnelt den Tupperware-Produkten, ist aber biologisch abbaubar und kostet zudem nur die Hälfte“, erklärt Geschäftsführerin Mag. Ute Zimmermann. Ebenfalls ein Renner: Die Obst- und Gemüsesackerl der Marke NaKu, die bereits in Merkur- und M-Preis-Filialen zum Einsatz kommen. Der Frischhaltebeutel trägt auf zweifache Art und Weise zum Klimaschutz bei: Einerseits durch die Verwendung natürlicher Rohstoffe für die Herstellung und andererseits durch die Vermeidung von Abfall durch die verlängerte Frischhaltedauer der darin gelagerten Lebensmittel. Der natürliche Kunststoff wird in Österreich in Zusammenarbeit mit Behindertenwerkstätten produziert. Dafür wurde NaKu mit dem Klimaschutzpreis 2012 ausgezeichnet und für den ÖGUT Umweltpreis 2013 nominiert.

Platten aus Hanf. Ebenfalls Träger des Klimaschutzpreises ist die Naporo Klima Dämmstoff GmbH, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dämmplatten aus natürlichen Materialien herzustellen.

Die Hanffaser-Platte, eine Dämmplatte aus österreichischem Hanf, kann, genau wie herkömmliche Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) aus Polystyrol im Massivbau verwendet werden. Die Vorteile sind unübersehbar: Hanf wächst sehr schnell, gedeiht auf fast jedem Boden und ist zur Gänze verwertbar. Darüber hinaus trägt die Hanfpflanze wesentlich zur Verbesserung der Bodenqualität bei und kann auch in Wasserschutzgebieten angebaut werden. Dadurch wird mehr CO2 im Material gebunden als durch die Herstellung freigesetzt wird. Zudem kann die Hanffaser-Platte zu neuen Dämmplatten recycelt oder als Rohstoff zur Biogasgewinnung verwertet werden. Ein weiterer Vorteil: Die Platte ist etwa doppelt so schwer wie Polystyrol und speichert dadurch mehr Wärme – und verbessert zudem den Schallschutz der Außenwände.

Unter dem Motto „Hanf dämmt grüner“ wird das Material seit 2013 vom oberösterreichischen Unternehmen Capatect Baustoffindustrie GmbH vertrieben. „Die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen“, zeigt sich Geschäftsführer Robert Schwemmer zufrieden.

Einzelne Bundesländer wie die oberösterreichische Wohnbauförderung unterstützen die Verwendung von ökologischen Dämmstoffen bei Neubau und Sanierung. Mehr lesen.

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