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    15 Jahre Fukushima

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    By Susanne Wolf on 13. März 2026 Artikel

    Die Abkehr von der Atomkraft sei ein „strategischer Fehler“, so erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst, fast auf den Tag genau 15 Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima. Doch wie sieht es dort heute aus? Welche Schäden und gesundheitlichen Folgen gab und gibt es? Ein Überblick zum Jahrestag.

    Am 11. März 2011 wurde die japanische Hauptinsel Honshu von einem Erdbeben der Stärke 9.0 erschüttert. Der dadurch ausgelöste Tsunami brach mit bis zu 15 Meter hohen Wellen über das an der Küste gelegene Atomkraftwerk Fukushima Daiichi herein. Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken und Wasserstoffexplosionen waren die Folge; große Teile des Landes rund um Fukushima Daiichi wurden radioaktiv verseucht. Rund 18.500 Menschen verloren durch Erdbeben und Tsunami ihr Leben, 160.000 Anwohner mussten wegen der radioaktiven Strahlung fliehen. „Knapp drei Wochen nach dem Reaktorunfall vom 12. März 2011 wurde an allen auf der Nordhalbkugel der Erde gelegenen Messstationen Radioaktivität aus Fukushima nachgewiesen“, schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz. 15 Jahre später ist die Lage rund um das Kernkraftwerk nach wie vor angespannt, eine gründliche Aufarbeitung der Katastrophe lässt auf sich warten.

    „Die Lage vor Ort ist surreal“, sagt Alex Rosen, ehemaliger Vorsitzender und Fukushima-Experte des Vereins Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges  IPPNW. Er hat vor wenigen Monaten Fukushima besucht, um sich ein Bild von der Situation 15 Jahre nach dem Super-GAU zu machen. „Die Evakuierung in den Orten an der Küste wurde aufgehoben, doch die Menschen kehren nicht zurück“, sagt Rosen. Die Orte rund um das Atomkraftwerk wirkten verlassen, beinahe ausschließlich Arbeiter lebten heute dort. Im weiter weg gelegenen Fukushima City dagegen sei Normalität eingekehrt, so Rosen. Rund 300 Quadratkilometer in der Region Fukushima sind Sperrgebiet und dürfen nur eingeschränkt betreten werden.

    Atomausstieg – ja oder nein?

    Als Folge der Fukushima-Katastrophe beschloss Japan, aus der Atomkraft auszusteigen; 2012 wurde der letzte Atomreaktor abgeschaltet. „Bis zu dem Unglück bezog Japan etwa ein Drittel seines Stroms aus der Atomkraft. Es ist nun das erste Mal seit den 1970er Jahren, dass Japan ganz ohne Atomstrom auskommen muss“, schrieb Die Welt am 5. Mai 2012. Die Regierung habe jedoch angekündigt, sie wolle die Reaktoren wieder ans Netz bringen, um Stromausfälle zu vermeiden. Obwohl laut Greenpeace Deutschland noch 2014 ein japanisches Gericht das geplante Wiederanfahren zweier abgeschalteter Reaktoren für unzulässig erklärte, wurde bereits 2015 das Atomkraftwerk in Sendai wieder in Betrieb genommen. Im Januar 2016 folgte der Atomreaktor Takahama 3. „Fünf Jahre nach dem Gau in Fukushima fährt das Land einen Reaktor nach dem anderen wieder hoch – gegen den Widerstand der Bürger:innen“, heißt es bei Greenpeace. Im Jänner 2026 wurde das weltgrößte Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa wieder hochgefahren.

    Die deutsche Regierung unter Angela Merkel traf nach Fukushima die Entscheidung, aus der Atomkraft auszusteigen; im April 2023 wurden hier die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet. Dennoch sind in Deutschland laut BUND weiterhin Uranfabriken in Betrieb: In Gronau, NRW wird Uran angereichert und in Lingen, Niedersachsen werden Brennelemente gefertigt. Auch hier kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Störfällen, so BUND. „Die Technische Universität München betreibt in Garching bei München den leistungsstärksten Forschungsreaktor Deutschlands“, heißt es auf der Homepage von BUND. Seit Inbetriebnahme 2004 werde der Reaktor mit hochangereichertem, waffenfähigen Uran betrieben.

    Ableitung von Kühlwasser

    Kurz nach der Katastrophe in Fukushima 2011 begannen die Aufräumarbeiten, über deren Stand das verantwortliche Unternehmen TEPCO (Tokyo Electric Power Company Holdings) in einer Übersicht informiert. „Die Situation ist nach wie vor extrem komplex und gefährlich“, sagt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace Deutschland. „Von geschätzten 880 Tonnen hochradioaktivem Kernbrennstoff, der sich teilweise mit Strukturmaterial des Kraftwerkes verschmolzen hat, konnten in ersten Versuchen vom Reaktor 2 bisher nur etwa ein Gramm geborgen werden.“

    Über die Jahre haben sich im AKW Fukushima rund 1,2 Millionen Kubikmeter verseuchten Wassers angesammelt. Die japanische Regierung kündigte im April 2021 an, das Wasser über einen Zeitraum von 30 Jahren in den Pazifik zu leiten. Zwar sollte das kontaminierte Wasser zuvor gereinigt werden, doch gibt es keine Möglichkeit, das radioaktive Isotop Tritium herauszufiltern. 2023 wurde das Vorhaben von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) gebilligt, im selben Jahr begann die Betreiberfirma TEPCO mit dem Ableiten von aufbereitetem Kühlwasser in den Pazifik. Proteste dagegen wurden ignoriert – von Bürgern Fukushimas, Fischereiverbänden oder Gemeinderäten in der Präfektur Fukushima. Auch aus Nachbarländern wie Südkorea oder China gibt es Kritik an dem Vorgehen.

    Bereits 2020 stellte Greenpeace dazu fest: „Die japanische Regierung und TEPCO haben eine Reihe von Mythen konstruiert, um ihren Plan zu untermauern: Bis 2022 gäbe es keinen weiteren Platz mehr für die Speicherung des Wassers; das Wasser sei nicht kontaminiert – radioaktives Tritium sei das einzige Radionuklid im Wasser und harmlos; und es gäbe keine Alternativen zur Einleitung des Wassers ins Meer.“ Laut Greenpeace sind bis Ende 2025 rund 130.000 Tonnen eingeleitet worden: „Die Reinigungsanlage ALPS (Advanced Liquid Processing System) hat nie richtig funktioniert, daher müssen große Mengen mehrfach einen Reinigungsprozess durchlaufen“, kritisiert Heinz Smital. „Es lagern ca, 1,3 Millonen Tonnen, täglich kommen aber rund 100.000 Liter neu kontaminiertes Wasser hinzu.“ Entscheidend sei auch, dass das radioaktive Prozesswasser vor der Einleitung massiv mit Meerwasser verdünnt wird, so Smital. „Eine Praxis, die im Strahlenschutz eigentlich verboten ist, weil sich dadurch immer Grenzwerte unterschreiten lassen.“ Als Alternative schlägt Smital eine Lagerung des Kühlwassers vor Ort durch Bereitstellung von weiteren Flächen in der Nähe des Kraftwerkes vor. „Die derzeitige Anlage ALPS müsste verbessert werden – es gab entsprechende Angebote, die aus Kostengründen abgelehnt wurden.“

    Alex Rosen ergänzt, dass überall, wo Atomkraft betrieben wird, Tritium-haltiges Kühlwasser in die Flüsse und ins Meer geleitet werde. „Auch in Deutschland haben wir jahrzehntelang Wasser aus Atomkraftwerken in die Elbe geschüttet.“ Rosen vergleicht das verdünnte Tritium mit Feinstaub und nennt es „auf einem niedrigen Niveau gesundheitsschädigend“, in großen Mengen sei es krebserregend. „Weil Tritium nur sehr aufwändig zu messen ist, gibt es wenige Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen und den Folgewirkungen in Ökosystemen“, ergänzt Greenpeace-Experte Heinz Smital. Eine Übersicht über existierende Studien belege jedoch, dass Tritium als Strahlenquelle oft unterschätzt werde. „Einmal im Körper aufgenommen, kann die Beta-Strahlung des Tritiums direkt im Zellkern wirken. Studien belegen signifikante genetische Schäden, erhöhte Mutationsraten und DNA-Brüche.“ Die Exposition könne zu Beeinträchtigungen in der Physiologie, verringerter Fruchtbarkeit und einer verkürzten Lebensspanne führen, so Smital.

    Hier gehts zum ganzen Artikel im Multipolar Magazin.

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