„Es gibt nicht die eine Impfung“

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Bert Ehgartner, Wissenschaftsjournalist, Dokumentarfilmer und Filmproduzent, setzt sich seit vielen Jahren ausführlich und kritisch mit dem Impfthema auseinander. Nun ist im Verlag Ennsthaler sein Ratgeber „Gute Impfung, schlechte Impfung“ erschienen.

Impfskeptiker werden oft als dumm beschimpft, woher kommt dieses Vorurteil?

Das hängt damit zusammen, dass in manchen Kreisen radikaler Impfgegner abenteuerlicher Stumpfsinn kursiert. Da wird beispielsweise behauptet, es gäbe gar keine Viren. Und alle Impfungen sind selbstverständlich Instrumente der Pharmamafia, um die Menschheit zu vergiften. Auffällig ist jedoch, dass man heute schon als „Impfgegner“ bezeichnet wird, wenn man Verbesserungsvorschläge macht oder Kritik übt. Nirgendwo wird so extrem schwarz-weiß gemalt wie im Impfwesen.

Impfdiskussionen werden in Foren oder sozialen Medien meist sehr emotional und teils aggressiv geführt. Woran liegt das?

Es geht um eine ungewisse Bedrohung von außen, jemand gefährdet die Gesundheit der eigenen Herde. Ungeimpfte gelten als „Bioterroristen“, weil sie Keime einschleppen. In den Schulen und Kindergärten wird heftig diskutiert, es herrscht Angst und Unsicherheit. – In Wahrheit sind Infektionskrankheiten zum Großteil Gefahren von Gestern, während ein Drittel der Bevölkerung von Allergien, Autoimmunkrankheiten und anderen chronischen Krankheiten betroffen ist. Doch das subjektive Empfinden ist ein anderes.

Woher kommt dieses Empfinden und die scheinbar unverhältnismäßige Angst vor seltenen Krankheiten?

In den Medien wird laufend über Risiken berichtet: Ebola oder Influenza oder Masern bricht aus, überall lauern neue Krankheiten und Gefahren. Alle warnen, und niemand ist für Entwarnung zuständig. Dabei hatten wir noch nie so ein hohes Maß an Sicherheit.

Gilt das auch für die Sicherheit von Impfungen?

Wenn nach einer Impfung ein Problem auftritt, so wird sofort nach „maximaler Diagnostik“ gerufen, um vielleicht einen Genschaden zu finden, der schuld an der Störung ist. Doch wenn nach einem Infekt ein Problem auftritt, war immer der Infekt schuld. Ein Beispiel: Als in Berlin beim letzten größeren Ausbruch ein Kleinkind an Masern starb, gingen die Wogen hoch. Dass das Kind altersgemäß geimpft war und zudem einen schweren angeborenen Herzfehler hatte, wurde in der Berichterstattung unterschlagen.

Stichwort Masern: Wie stehen Sie zu dieser Impfung?

Bei Masern gibt es nur noch den Weg nach vorne: zur Ausrottung der Masernviren. Ich bin ein Befürworter der Impfung, wünsche mir allerdings, dass es bessere Impfstoffe gäbe: z.B. Einzelimpfstoffe, die nicht unter die Haut gespritzt werden, sondern die man inhalieren kann. Früher waren die Masern eine relativ harmlose Kinderkrankheit, das typische Alter dafür war die Vor- und Volksschulzeit. Heute erkranken die Babys im ersten Lebensjahr, weil die meisten Mütter bereits geimpft sind und deshalb den Babys weniger Nestschutz mitgeben. In diesem Alter ist das Risiko für Komplikationen höher. Ebenso bei Erwachsenen. Bei den letzten großen Ausbrüchen waren zwei Drittel der Betroffenen älter als 10 Jahre. Es gibt zwar heute deutlich weniger Masernfälle, doch bei jenen, die trotzdem erkranken, ist das Komplikationsrisiko angestiegen.

Das heißt, Impfungen können Krankheiten verändern?

Ja, wir verändern mit Impfungen manche natürlichen Abläufe. Wenn wir impfen, so verschiebt sich beispielsweise das Alter jener, die trotzdem erkranken, nach oben. Im Alter von 30 oder 50 Jahren ist unser Immunsystem jedoch deutlich weniger fit, als mit drei oder fünf Jahren. Kinder sind Weltmeister im Umgang mit Viren und Bakterien, ab der Pubertät stellt die Thymusdrüse, das Zentralorgan des Immunsystems, schrittweise seine Funktion ein. Erwachsene, die an Masern erkranken, bekommen vermehrt Lungenentzündung oder starke Bronchitis und andere Komplikationen. Ebenso ist es bei Windpocken: Für Kinder sind sie meist harmlos, für Erwachsene eine schwere Krankheit.

Die logische Antwort darauf wäre nun: Wenn alle geimpft sind, kann niemand mehr die Krankheit bekommen.

Das stimmt leider so nicht. Die Masernimpfung wirkt zwar sehr gut, doch aktuelle Untersuchungen zeigen, dass speziell im Alter zwischen 30 und 39 Jahren ein Immun-Loch aufgeht, und immer mehr Geimpfte keine Antikörper mehr haben. Während jene, die die Masern natürlich durchgemacht haben, ein Leben lang immun sind, ist das bei der Impfung nicht so gewiss. Und wahrscheinlich muss man bald Erwachsene nachimpfen. Bei Windpocken ist die Wirkung der Impfung noch schlechter, zudem kann man zwar die Masern, aber sicher nie die Windpocken ausrotten. Denn jeder Mensch, der geimpft wurde, oder die Krankheit hatte, trägt die Windpocken-Viren ein Leben lang mit sich herum. Und wenn jemand an Gürtelrose erkrankt, streut er diese Viren wieder aus. Seit der Einführung der Windpocken-Impfung haben sich in den USA die Fälle von Gürtelrose rasant vermehrt. Diese Impfung ist gefährlich und völlig kontraproduktiv.

Gibt es weitere Beispiele für bedenkliche Impfungen?

Es gibt eine Reihe von Impfungen, die bald hundert Jahre alt werden und bis heute kaum modernisiert wurden, wie etwa die Tetanus- und die Diphtherie-Impfung. Da wäre es dringend nötig, einmal wissenschaftlich objektiv zu kontrollieren, ob diese Impfungen heute überhaupt noch nötig sind – und falls ja, für wen. Anfang der 90er Jahre kam es in Osteuropa zu einem großen Ausbruch von Diphtherie, ausgelöst wahrscheinlich durch Soldaten, die aus Afghanistan zurückkehrten. Es gab 4000 Todesfälle, großteils unter sozial Schwachen, speziell Obdachlosen und Alkoholikern in den Städten. In der Ukraine zeigten Untersuchungen, dass 80 Prozent der erkrankten Kinder und Jugendlichen nach Plan geimpft, nach westlichen Verhältnissen sogar überimpft waren. Wenn eine Impfung im Ernstfall derartig schlecht wirkt, so stellt sich die Frage, was sie überhaupt taugt – und auch, was die Behörden taugen, die so eine Impfung nicht in Frage stellen.

Welche Impfungen sind empfehlenswert?

Es gibt nicht die eine Impfung, man muss differenzieren nach den Krankheiten und Arten von Impfungen :

Wie hoch ist das Risiko, dass ich die Krankheit ungeimpft bekomme?

Was passiert, wenn ich sie bekomme?

Wie sicher schützt mich die Impfung?

Und was sind die Nebenwirkungen der Impfung?

Können Sie den Unterschied zwischen Lebend- und Totimpfungen erklären?

Lebendimpfungen enthalten abgeschwächte lebende Viren oder Bakterien, die vom Immunsystem erkannt werden und deshalb eine ganz normale Immunreaktion auslösen. Alle großen historischen Erfolge des Impfwesens, von Pocken über Polio bis zu Masern, haben wir Lebendimpfungen zu verdanken. Totimpfungen enthalten abgetötete Viren und Bakterien bzw. Teile davon. Davon geht keine Gefahr aus und deshalb würden diese Wirkstoffe vom Immunsystem nicht ernst genommen, sondern einfach entsorgt – ohne weitere Immunreaktion. Deshalb braucht es hier Wirkverstärker, so genannte Adjuvantien, die das Immunsystem in Alarm versetzen, sodass es dennoch eine Immunreaktion zeigt und möglichst viele Antikörper produziert. Das geschieht normalerweise über die Verwendung von Aluminiumverbindungen. Zwei Drittel der Impfungen sind Totimpfungen, die Aluminium enthalten.

Wie wirkt Aluminium in Impfungen sich auf den menschlichen Körper aus?

Aluminium ist toxisch und verursacht einen Schock, der Milliarden Zellen des Immunsystems im ganzen Organismus in Alarm versetzt. Dadurch entsteht das Risiko immunologischer Fehlreaktionen, die im Unglücksfall eine Allergie oder Autoimmunerkrankung auslösen können. Aluminium wird in vielen sensiblen Lebensbereichen eingesetzt und viel zu wenig reglementiert. Es gibt keine einzige Funktion im menschlichen Körper, wo Aluminium eine sinnvolle Rolle spielt. Aber es sind bereits mehr als 200 biochemische Mechanismen im Körper bekannt, die gestört werden, wenn sich hyperaktive Aluminium-Ionen einbauen. Doch ohne Aluminium würden viele der Totimpfungen nicht funktionieren.

Ihr Film „Die Akte Aluminium“ hat zu einem Umdenken beim Einsatz von Aluminium in Deos geführt. Weshalb gibt es bei Impfungen keine Konsequenzen?

Das Impfwesen gilt als Heilige Kuh, man scheut sich davor, Kritik auf den Grund zu gehen. Darin liegt auch mein Hauptkritikpunkt: Es gibt bei Impfungen keine unabhängige Kontrolle mehr; die Hersteller kontrollieren selbst die Nebenwirkungen der Produkte. Darüber hinaus üben sie massives Lobbying aus und treiben Gesundheitspolitiker dazu, die Impfpläne immer mehr auszubauen. Heute bekommen die Kinder zwei bis dreimal so viele Impfungen wie noch in den 1980er Jahren. Ein Beispiel: Ministerin Andrea Kdolsky weigerte sich nach einem negativen Gutachten, die mehrere hundert Euro teure HPV-Impfung in den Impfplan aufzunehmen. Ihr Nachfolger Alois Stöger ließ sich vom Lobbying der Hersteller beeinflussen und seit 2015 gibt es die Impfung in den Volksschulen auf Kosten der Steuerzahler. Der Großteil des Budgets der Arzneimittelbehörden wird von der Industrie bezahlt, weil die Gesundheitspolitik Geld sparen will. Das führt dazu, dass die Behörden ein ungesund enges Verhältnis zu ihren Geldgebern pflegen. Man kann auch sagen, die Behörden liegen mit der Industrie im Bett, Beamte in Spitzenpositionen ähneln oft Lobbyisten der Industrie.

Es gibt also gar keine unabhängigen Studien?

Nur sehr selten. Und wenn sie unangenehme Resultate bringen, werden Gegenstudien organisiert, die das irgendwie wieder in Ordnung bringen. Seit bald 20 Jahren werden beispielsweise in Guinea-Bissau in Westafrika von einem dänischen Forschungszentrum Studien veröffentlicht, die zeigen, dass Impfungen unspezifische Effekte auf das Immunsystem der Kinder haben. Laut der Studien üben Lebendimpfungen wie Masern einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Kinder aus, während nach Totimpfungen (z.B. Diphtherie, Tetanus) ihr Sterberisiko signifikant ansteigt. Entdeckt wurde dieser Effekt von Peter Aaby und seinem Team, als Ende der 90er Jahre ein Bürgerkrieg ausbrach. Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Sterberisiko im Krieg niedriger war als davor. Und schließlich fanden sie nach langer Suche auch den Grund: Die meisten Impfteams der WHO hatten während des Kriegs das Land verlassen und die Kinder erhielten weniger Totimpfungen.

Immer wieder werden Autoimmunerkrankungen mit Impfungen in Verbindung gebracht. Ihre Erkenntnisse dazu?

Ich war während der letzten zehn Jahre auf einigen Konferenzen zu Autoimmunerkrankungen und mit jedem Jahr nahmen die Studien zu, welche den Einfluss der Impfungen im Krankheitsgeschehen untersuchten. Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass sich der Erkenntnisdrang der Wissenschaft nicht aufhalten lässt. Bis ins kleinste Detail nachgewiesen sind mittlerweile z.B. die Mechanismen, wie die Influenza-Impfung Pandemrix unheilbare Narkolepsie ausgelöst hat. In der Fachinformation zahlreicher Impfungen finden sich Hinweise auf Autoimmunerkrankungen, beispielsweise auch bei der FSME-Impfung.

Eine gekürzte Version dieses Interviews ist in der Wienerin erschienen.

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