Trump – was nun?

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Die ganze Welt scheint angesichts der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten wie ein Kaninchen vor der Schlange zu erstarren. Die Zivilgesellschaft ist nun mehr gefragt denn je.

Als ich nach der Klimakonferenz in Marrakesch auf dem Flughafen den Shop mit den Büchern und Zeitschriften betrat, blieb mein Blick an einem Cover des „Spiegel“ hängen: „Das Ende der Welt“ stand da in Riesenlettern. Das Titelbild zeigte den Kopf von Donald Trump, der in Form eines brennenden Kometen auf die Erde zusteuert. Ohne den Leitartikel gelesen zu haben, dachte ich mir: Ist diese Weltuntergangsstimmung wirklich notwendig?

Eines vorab: ich bin keine Politikexpertin, verfolge das Weltgeschehen jedoch genau. Dass die Verunsicherung nach Trumps Wahl groß ist, ist klar. Ich selbst traute meinen Ohren an jenem Mittwochmorgen nicht, als ich die Nachricht hörte – zu sehr war ich davon überzeugt gewesen, dass Hillary Clinton das Rennen machen würde. Wenige Tage nach der Wahl flog ich nach Marrakesch und natürlich war Trump auch auf der Klimakonferenz das Thema Nummer Eins. Der Mann gilt schließlich als überzeugter Klimaleugner, der den Klimawandel gerne als Erfindung der Chinesen bezeichnet. Jenen Chinesen übrigens, die im letzten Jahr gemeinsam mit den USA den weltweiten Klimaschutz vorangetrieben haben und am Erfolgs des Pariser Klimavertrags maßgeblich beteiligt waren. Diese zwei Länder sind es auch, die mit ihren Treibhausgasemissionen weltweit an der Spitze liegen. Doch siehe da, in aktuellen Nachrichten rudert der designierte US-Präsident zurück: „Trump bestreitet den Klimawandel nicht mehr“ war gestern in mehreren Medien zu hören und zu lesen.

Die Macht der Zivilgesellschaft

Gerade auf der Klimakonferenz wurde auch klar, dass Klimaschutz nicht alleine vom Goodwill des US-Präsident abhängen wird. Zu sehr ist dieses Thema bereits in einigen US-Bundesstaaten und auf lokaler Ebene verankert, wie mir ein amerikanischer Delegierter erklärte. Auch in anderen Ländern wird Klimaschutz zunehmend zur Chefsache und die zahlreichen NGOs und Events auf der Konferenz, etwa zum Thema erneuerbare Energien, machten klar, dass die Zivilgesellschaft sich der Sache längst angenommen hat. „Some issues look a little bit different when you’re in office“, meinte US-Außenminister John Kerry zudem mit einem Seitenblick auf Trump in seiner Rede im Rahmen der Konferenz. Und der Top-Ökonom Jeffrey Sachs relativierte den Machtanspruch der USA: „I don’t think the United States is the leader of the world, we’re only 4,5 % of the worlds population. But it is a country with big responsibilities.“

Eines steht fest: je mehr Rechtspopulisten á la Trump an die Macht kommen, desto wichtiger ist es, dass wir unsere Rechte einfordern. Nicht nur beim Klimaschutz, sondern auch bei Themen wie Rassismus, Menschenrechten oder Demokratieverständnis ist unsere Meinung gefragt. Zahlreiche NGOs haben bereits Stellungnahmen zu Trump abgegeben – ihr Credo: wir lassen uns nicht unterkriegen! Und auch wir Bürger haben zahlreiche Möglichkeiten, unsere Stimme zu erheben: Wir können Petitionen unterschreiben, auf die Straße gehen, mit unseren Politikern diskutieren. Beginnen können wir im Kleinen, bei unserem Lebensstil und im Zusammenleben mit anderen. Die Zivilgesellschaft ist gefragt – mehr denn je!

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